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Klaus Unterburger weist Kritik an Neubestimmung von Verhältnis zurück

Debatte um "doppeltes Lehramt": Theologe verteidigt Synodalen Weg

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Freiburg - Versucht der Synodale Weg das Lehramt der Bischöfe den Theologen zu übertragen? Kritik an der These vom "doppelten Lehramt" weist der Kirchenhistoriker Klaus Unterburger mit einem Blick in die Geschichte entschieden zurück.

Der Münchener Kirchenhistoriker Klaus Unterburger hat sich in der Debatte um das "doppelte Lehramt" zu Wort gemeldet und die Kritik der Theologen Martin Rhonheimer und Helmut Hoping am Orientierungstext des Synodalen Wegs zurückgewiesen. Es sei "sachgemäß", im Laufe der Geschichte erfolgte Engführungen im Verhältnis zwischen bischöflichem Lehramt und universitärer Theologie überwinden zu wollen, schreibt Unterburger in einem Beitrag für die Freiburger "Herder Korrespondenz" (September). Das Anliegen des Reformprozesses sei nicht, dass Bischöfe durch Theologen ersetzt werden sollten, so der Kirchenhistoriker. "Vielmehr sollen sich beide mit der je eigenen Lehrkompetenz gegenseitig stützen." Auf diese Weise würden Lehramt und Theologie in einem "produktiven Spannungsverhältnis" stehen: Legitime Freiheitsräume der Theologie würden respektiert und das pastorale Lehramt im Sinn von Papst Johannes XXIII. erneuert.

Mit seinem Beitrag antwortete Unterburger auf Vorwürfe von Rhonheimer, der in der Mai-Ausgabe der "Herder Korrespondenz" die Vorstellung eines komplementären Lehramts von Theologen und Bischöfen als haltlose historische Konstruktion zurückgewiesen hatte. Der Orientierungstext des Synodalen Wegs, der sich diese These zu eigen gemacht habe, wolle auf diese Weise "der Theologie die Lehrkompetenz für alle 'theologischen Streitfragen jenseits konziliarer Entscheidungen' zurückzugeben, die das Lehramt seit dem Ersten Vatikanum angeblich traditionswidrig an sich gerissen" habe, so der Schweizer Theologe, der Priester der Personalprälatur Opus Dei ist.

Der Freiburger Theologe Helmut Hoping hatte im Juli in der "Herder Korrespondenz" dem Synodalen Weg vorgeworfen, "eine einschneidende Kompetenzverschiebung im Verhältnis von Bischöfen und Theologen" anstreben zu wollen. Hoping kritisierte, dass beim Reformprojekt der Kirche in Deutschland "eine Gruppe prominenter Universitätstheologen im Verein mit ZdK-Vertretern den Ton" angebe.

Unterburger: Theologen wollten nicht Papst spielen

Unterburger wies darauf hin, dass es seit dem Mittelalter eine Lehrautorität der Bischöfe und der Theologen gegeben habe. Bei der Unterscheidung dieser beiden Lehrämter gehe es jedoch, anders als den Kritikern behauptet, nicht darum, "dass die Theologen jetzt auf einmal Bischof oder Papst spielen wollten". Die Differenzierung von bischöflichem und theologischem Lehramt reiche bin in die Frühzeit des Christentums zurück, erst mit der Etablierung der Universitäten im Mittelalter sei die Eigenständigkeit des Lehramtes der Theologen betont worden, so Unterburger. Gleichzeitig seien die kirchliche Verankerung der Theologie und ihr Verhältnis zum Lehramt der Bischöfe festgeschrieben worden.

Nicht nur Thomas von Aquin habe zwischen den spezifischen Lehrämtern der Theologen und der Päpste und Bischöfe unterschieden, sondern in jüngerer Zeit auch die Theologen Walter Kasper und Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI. "Der Synodale Weg beruft sich zu Recht auf die vorultramontane Tradition der Kirche und eine je eigene Berufung und Aufgabe von Bischöfen und wissenschaftlicher Theologie." Erst im 19. Jahrhundert seien Verschiebungen dieses Verhältnisses vorgenommen worden, die dazu geführt hätten, dass "der über Jahrhunderte sehr weite Begriff des magisterium nun allein auf die Päpste (und abgeleitet die Bischöfe) eingeschränkt wurde". (rom)

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