"Ende der personalen Autorität und Verantwortung der Bischöfe"

Synodaler Weg: Hoping fürchtet Kompetenzverschiebung in der Kirche

Aktualisiert am 27.06.2022  –  Lesedauer: 

Freiburg ‐ Beim Synodalen Weg werde "eine einschneidende Kompetenzverschiebung im Verhältnis von Bischöfen und Theologen" angestrebt: Theologe Helmut Hoping appelliert daher an die Oberhirten, sich auf den "Geist der Leitung" zu besinnen.

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Der Freiburger Theologe Helmut Hoping kritisiert, dass beim katholischen Reformprojekt Synodaler Weg "eine einschneidende Kompetenzverschiebung im Verhältnis von Bischöfen und Theologen" angestrebt werde. Die Bischöfe kämen in die Rolle, die von Theologen gewollte Fortschreibung der Glaubenslehre umsetzen zu müssen, "auch wo sie erkennbar eine substanzielle Korrektur derselben bedeutet", schreibt Hoping in einem Beitrag für die Freiburger "Herder Korrespondenz".

Hoping bemängelt, beim Synodalen Weg gebe "eine Gruppe prominenter Universitätstheologen im Verein mit ZdK-Vertretern den Ton an". Der Dogmatiker verweist in dem Zusammenhang auf eine Äußerung von Papst Franziskus, nach dem "der Synodale Weg von intellektuellen, theologischen Eliten ausgeht und sehr stark von äußeren Zwängen beeinflusst wird". Für Hoping stellt sich der Synodale Weg "mehr und mehr als Illusion heraus".

Unter den "Trugbildern" gebe es die Illusion, ein paritätisch besetztes Gremium des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) diene einer Demokratisierung der katholischen Kirche; in der Realität wäre es aber "das Ende der personalen Autorität und Verantwortung der Bischöfe", so Hoping. Er appellierte an die Bischöfe, sich auf den "Geist der Leitung" zu besinnen. (KNA)