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Großer Baumeister und Patron der Goldschmiede

Erster heiliger Sachse: Vor 1.000 Jahren starb Bischof Bernward

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Hildesheim - Er führte das Bistum Hildesheim zur Blüte und ließ in der Bischofsstadt eine Kirche und Kunstgegenstände erschaffen, die heute zum Unesco-Weltkulturerbe zählen. Vor 1.000 Jahren starb Bischof Bernward von Hildesheim.

Bernward stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet so viel wie "Schützer vor dem Bären". Diesem Namen machte der frühere Bischof Bernward von Hildesheim alle Ehre. Zur Zeit der Sachsenkaiser sicherte er sein Bistum gegen die feindlichen Slawen und führte es darüber hinaus zu wissenschaftlicher und kultureller Blüte. Er und sein Nachfolger Godehard (960-1038) gelten heute als die bedeutendsten mittelalterlichen Bischöfe der inzwischen norddeutschen Diözese.

Bernward wurde um 950 oder 960 geboren und stammte aus sächsischem Adel. Ausgebildet an der Hildesheimer Domschule wirkte er am Hof Kaiser Ottos II. als Notar, Prinzenerzieher und Befehlshaber auf einem Feldzug in Italien. Als er 993 zum Bischof von Hildesheim bestellt wurde, erfüllte er weiter seine Pflichten im Reichsdienst. Zugleich baute er in seiner Bistumsstadt den Dombezirk mit einer Mauer zur Domburg aus und errichtete im Land weitere Festungen zur Verteidigung gegen die benachbarten Slawenstämme.

Im Unterschied zu manch anderen Bischöfen seiner Zeit war Bernward auch ein Oberhirte, der seinen geistlichen Aufgaben nachkam: Jedes Jahr hielt er eine Diözesansynode ab und verbesserte die Organisation der Pfarreien durch Gründung von Archidiakonaten, karitativen Einrichtungen und Klöstern.

Machtzentrum des Deutschen Reichs

Hildesheim war zu jener Zeit eines der Machtzentren des Deutschen Reichs. Bernward wollte das auch in der Gestaltung des Stadtbilds zum Ausdruck bringen und nahm sich die Metropole Rom als Vorbild. Davon zeugt die Klosterkirche Sankt Michael, die der Bischof als Abbild des himmlischen Jerusalem und zugleich als seine Grabeskirche errichten ließ. Heute zählt sie zusammen mit dem Hildesheimer Dom und mehreren Kunstschätzen zum Unesco-Weltkulturerbe. Einzigartige Malerei ziert die romanische Flachdecke, die im Zweiten Weltkrieg ausgelagert wurde.

Der Dom St. Mariä Himmelfahrt ist die Kathedrale des Bistums Hildesheim.

Weil er den Künstlern seiner Zeit ein unerschöpflicher Anreger und Auftraggeber war, gilt Bernward heute als Patron der Goldschmiede. Auf ihn geht beispielsweise eine zweiflügelige Bronzetür zurück, die sich heute im Hildesheimer Dom findet und dort nur zu besonderen Anlässen geöffnet wird. Die sogenannte Bernwardstür diente früher gewissermaßen als Bilderbuch für die Bevölkerung, die zum großen Teil nicht lesen konnte. Sie zeigt biblische Szenen – von der Schöpfung bis zur Auferstehung Jesu. Vorbild sind die Holztüren von Santa Sabina in Rom.

Auch eine Säule, die ebenfalls heute im Dom steht, ließ Bernward erschaffen. Auf ihr winden sich 28 Szenen aus dem Leben Jesu von der Jordantaufe bis zum Jerusalemeinzug in einer Spirale empor. Vorbild sind die steinernen Siegessäulen der römischen Kaiser, die allerdings wesentlich martialischere Motive zeigen als die Bernwardssäule.

Den Sarg gibt es heute noch

1022 weihte der Bischof die noch unvollendete Michaeliskirche. Kurz danach trat er in das zugehörige Benediktinerkloster ein. Wenige Tage später, am 20. November 1022, starb er und wurde in der Krypta der Kirche beigesetzt. Sein Sarg ist heute noch dort zu finden; seine Reliquien ruhen inzwischen in der Magdalenenkirche am Rand der Hildesheimer Altstadt.

Als Bernward 1192 vom Papst heiliggesprochen wurde, galt er als erster Sachse, dem diese Ehre zuteil wurde. Er spielte in der Erinnerungskultur des 1871 wiedergegründeten Deutschen Reichs eine wichtige Rolle. Ein Bild von ihm aus jener Zeit ist heute in der Alten Nationalgalerie in Berlin zu finden.

Vor dem Hildesheimer Dom erinnert ein Standbild, das Bernward im Bischofsornat und mit einem Kirchenmodell zeigt, an sein Wirken. In dem norddeutschen Bistum tragen viele Kirchen aus dem 19. und 20. Jahrhundert seinen Namen. Auch im benachbarten Bistum Magdeburg sind Gotteshäuser nach ihm benannt.

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