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Streit um Bischof Barron – Franz-Hitze-Haus offen für Tagung

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Bischof Robert Barron spricht bei einer Konferenz
Münster - Die Debatte um die Auszeichnung von US-Bischof Robert Barron in Münster geht weiter. Das Franz-Hitze-Haus zeigt sich offen für eine gemeinsame Tagung mit der Josef-Pieper-Stiftung.

Im Streit um die Verleihung des Josef-Pieper-Preises an den US-amerikanischen Bischof Robert Barron zeigt sich die Katholisch-Soziale Akademie Franz-Hitze-Haus in Münster grundsätzlich offen für eine gemeinsame Tagung mit der Stiftung. Entscheidend sei allerdings, welches Thema ein solches Diskussionsformat haben solle, sagte der Direktor des Hauses, Johannes Sabel, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Die Stiftung hatte zuletzt vorgeschlagen, gemeinsam mit dem Franz-Hitze-Haus eine Tagung über Barron, dessen Theologie und Person zu veranstalten. Beide Seiten könnten dabei jeweils Referenten benennen.

Sabel begrüßte, dass die Stiftung konstruktiv über Formate nachdenke, in denen die Fragen und Sorgen aus der bisherigen Debatte aufgenommen und vertieft werden könnten. Inhaltlich sollte es aus seiner Sicht jedoch um eine weiter gefasste Frage gehen: welchen Beitrag Theologie und Kirche zu einer demokratisch-freiheitlichen, menschenrechtlich orientierten, solidarischen und pluralen Gesellschaft leisten können.

Frage nach Glaubwürdigkeit

Damit verbunden sei auch die Frage, wie die Kirche selbst nach innen glaubwürdig von diesen Werten Zeugnis ablege. Diese Perspektive greift aus Sabels Sicht zentrale Anliegen vieler Kritiker der damaligen Preisverleihung auf.

Zugleich begrüßte Sabel die jüngste Reaktion der Stiftung auf die Kontroverse. Dass die Stiftung eingeräumt habe, die politische Dimension der damaligen Veranstaltung unterschätzt zu haben, verstehe er als "ernstgemeinte Selbstkritik" und als "Zeichen von Stärke". Eine offene, sachorientierte Auseinandersetzung mit Kritik sei gerade angesichts einer zunehmend emotionalisierten und aggressiven Diskussionskultur wichtig.

Der Akademiedirektor stellte zugleich grundsätzlich die Frage, ob Theologie unabhängig von gesellschaftlichen und politischen Zusammenhängen betrachtet werden könne. Aus seiner Sicht ist sie aufgrund ihrer Verwurzelung in der biblischen Botschaft sowie ihrer Verbindung mit Tradition und Kirche nie völlig neutral gegenüber politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen – auch dann nicht, wenn sie zu ihnen schweige.

Johannes Sabel
Johannes Sabel ist seit 2023 Akademiedirektor des Franz-Hitze-Hauses, der Bistumsakademie der Diözese Münster.

Hintergrund ist die Verleihung des Josef-Pieper-Preises an Barron im Juli 2025. Rund um die Preisvergabe und ein begleitendes Symposium hatte es Protest gegeben. Kritiker warfen Barron unter anderem eine Nähe zum politischen Umfeld von US-Präsident Donald Trump sowie eine Verbindung von traditionsorientiertem Katholizismus mit autoritär-exklusiven Gesellschaftsvorstellungen vor. Sabel hatte kürzlich unter anderem bemängelt, dass die öffentliche Kontroverse um Barron beim Symposium selbst nicht zum Gegenstand der Diskussion gemacht worden sei.

Die Stiftung räumte daraufhin in einem in der Münsteraner Bistumszeitung "Kirche+Leben" veröffentlichten Brief Fehler im Umgang mit der damaligen Veranstaltung ein. Zugleich wies sie den Eindruck zurück, die Preisvergabe sei als politische Aussage oder als Nähe zur Neuen Rechten zu verstehen.

Barron selbst äußerte sich spöttisch über die anhaltende Diskussion. Er würde an der vorgeschlagenen Debatte gerne teilnehmen, schrieb er am Freitagabend auf X. "Aber ich bin ziemlich sicher, dass ich an dem Abend auf einer MAGA-Kundgebung sein muss ..." Der deutschen katholischen Akademiewelt warf er "lächerliche Bedeutungslosigkeit" vor.

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