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Vorwurf der Parteinahme für Joe Biden bei Online-Diskussion

Kardinal Tobin nach Aussagen zu US-Wahl: Unterstütze keinen Kandidaten

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Kardinal Joseph W. Tobin ist Erzbischof von Newark.
Newark - Donald Trump oder Joe Biden? Die Frage, wem von beiden Katholiken ihre Stimme geben sollen, spaltet die US-Kirche. Kardinal Joseph Tobin sorgte nun mit angeblichen Äußerungen pro Biden für Wirbel. Doch er wehrt sich gegen diese Interpretation.

US-Kardinal Joseph Tobin hat Vorwürfe zurückgewiesen, er würde die Kandidatur von Joe Biden (Demokraten) für das Amt des US-Präsidenten unterstützen. "Ich habe niemanden unterstützt oder abgelehnt, der für das Amt kandidiert. Ich habe die Katholiken lediglich an unsere Verantwortung erinnert, an der Wahl teilzunehmen", sagte der Erzbischof von Newark (Bundesstaat New Jersey) am Mittwoch dem Mediennetzwerk CNA. Er erkenne an, dass Katholiken oft vor schwierigen Entscheidungen stünden, wie sie abstimmen sollen, und ein gut ausgebildetes Gewissen nötig sei, um eine Auswahl zu treffen, die die Grundsätze des Glaubens respektiert.

Hintergrund sind Äußerungen Tobins während einer Online-Diskussion Anfang der Woche. Dabei sagte der Kardinal, er sei der Meinung, dass eine Person "guten Gewissens" Biden wählen könne. Gleichzeitig deutete er an, Schwierigkeiten mit der Vorstellung zu haben, Amtsinhaber Donald Trump seine Stimme zu geben: "Offen gesagt tue ich mich in meiner Gedankenwelt mit der anderen Option schwerer", so Tobin. Er lehnte die Ansicht ab, dass Katholiken ihre Stimme auf der Grundlage der Position eines Kandidaten zu einem einzigen Thema abgeben müssen. "Keine politische Partei repräsentiert vollständig die katholische Tradition", betonte der Erzbischof von Newark im Hinblick auf die US-Politik. Die eine Partei wolle "das ungeborene Kind aus der moralischen Gleichstellung herausnehmen", während es die andere Partei versäume, Migranten würdevoll zu behandeln, indem sie ihnen "ihr Gesicht, ihre Bedeutung" nehme. Die Aussagen Tobins sorgten für zahlreiche Reaktionen von Katholiken, die Bidens Haltung pro Abtreibung als Grund anführten, nicht für ihn zu stimmen.

Auch andere moralische Fragen zählen

Gegenüber CNA erklärte Tobin weiter, ein Katholik könne nicht für einen politischen Kandidaten stimmen, der ein Thema unterstütze, das als ein an sich böser Akt angesehen werde wie Abtreibung, Euthanasie, Beihilfe zum Suizid, aber auch das absichtliche Ausliefern von Arbeitern oder Armen an unmenschliche Lebensbedingungen. "Gleichzeitig sollte ein Wähler die Opposition eines Kandidaten gegen ein immanentes Übel nicht dazu benutzen, Gleichgültigkeit oder Unachtsamkeit gegenüber anderen wichtigen moralischen Fragen zu rechtfertigen, die das Leben und die Würde des Menschen betreffen."

Das Thema Präsidentschaftswahl wird in der katholischen Kirche in den Vereinigten Staaten aktuell von heftigen Debatten begleitet. Zuletzt hatte der Priester James Altman aus dem Bundesstaat Wisconsin mit einem Video für Aufsehen gesorgt, in dem er Biden, der sich selbst als praktizierenden Katholiken bezeichnet, und die Demokraten wegen ihrer Haltung zur Abtreibung als "gottlos" bezeichnete und sie für "die Probleme Amerikas" verantwortlich machte. Während sein Diözesanbischof William Patrick Callahan Altman wegen des "wütenden und verurteilenden" Stils seiner Äußerungen kritisierte, lobte ihn Joseph Strickland, Bischof der Diözese Tyler im Bundesstaat Texas, ausdrücklich dafür. (mal)

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