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Aufruf zur Unterstützung der Forschung

Schönstatt sucht Zeitzeugen und Dokumente für Kentenich-Aufarbeitung

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Bronzestatue von Pater Josef Kentenich, dem Gründer der internationalen Schönstatt-Bewegung, vor dem Pater-Kentenich-Haus in Vallendar, Rheinland-Pfalz.
Vallendar - Immer noch sind die Vorwürfe gegen den Schönstatt-Gründer Josef Kentenich nicht aufgeklärt. Die Bewegung betont, dass sie keine Angst vor der Wahrheit hat.

Die Schönstatt-Bewegung ruft auf, bisher unbekannte Dokumente und Erfahrungen zu ihrem Gründer Josef Kentenich (1885–1968) für die Forschung zur Verfügung zu stellen. Am Donnerstag betonte die Bewegung auf ihrer Webseite, dass sie "offen für die Wahrheit" sei. "Für viele Menschen in Schönstatt gehört Pater Kentenich zu den prägenden geistlichen Gestalten ihres Lebens und diese Verbundenheit wird durch offene Forschung nicht entwertet – so wenig wie sie negative Erfahrungen aus dem Weg räumen könnte", so die Mitteilung. Eine ergebnisoffene Darstellung von Fakten und Zusammenhängen müsse offen sein "für verschiedene Perspektiven und für vielleicht unerwartete Ergebnisse". "Keine Angst vor der Wahrheit" gehöre dabei für die Bewegung zur Grundhaltung.

Der Seligsprechungsprozess Kentenichs wurde 2022 durch den zuständigen Trierer Bischof Stephan Ackermann ausgesetzt. 2020 hatte die Kirchenhistorikerin Alexandra von Teuffenbach erstmals Missbrauchsvorwürfe gegen den Schönstatt-Gründer veröffentlicht, die sie anschließend mit einer Archivdokumentation untermauerte. Kentenich werden sexualisierte Gewalt und geistlicher Missbrauch gegen Mitglieder der Schönstätter Marienschwestern vorgeworfen. Mit der Aussetzung des Verfahrens sei kein Urteil über Leben und Wirken von Kentenich verbunden, erklärte das Bistum damals.

Historische Aufarbeitung läuft

Die Schönstatt-Bewegung erklärte nun, dass die historische Forschung zur Aufarbeitung der Vorwürfe gegen Kentenich in vollem Gang und längst nicht abgeschlossen sei. Bisher bekannte Quellen, die teilweise auch belastende Zeugnisse enthalten, seien erhoben und zugänglich gemacht worden. "Ihre historische Einordnung ist in wesentlichen Punkten weiterhin Gegenstand unterschiedlicher Interpretationen", so die Mitteilung weiter. An der Aufarbeitung seien mehrere Stellen beteiligt, darunter die Herausgeber der Studienausgabe "Dokumente zur Geschichte der Schönstatt-Bewegung", Forschende an Universitäten sowie interne Arbeitskreise der Schönstatt-Gemeinschaften.

Die Bewegung geht davon aus, dass noch weitere, bislang unbekannte Quellen zu Kentenich existieren. Deshalb werden alle Personen, die eigene Erfahrungen mit Kentenich gemacht haben oder die über bislang nicht zugängliche Briefe, Aufzeichnungen oder Dokumente verfügen, eingeladen, sich zu melden. Das gelte nicht nur für bisher unveröffentlichte Erinnerungen und Dokumente, sondern auch ausdrücklich für eventuelle Erfahrungen, die als grenzverletzend oder missbräuchlich erlebt worden seien. "Entsprechende Hinweise werden gesammelt, vertraulich behandelt und nicht vorab bewertet", betont die Bewegung. Für den Kontakt hat die Bewegung die E-Mail-Adresse historische-kentenichforschung@schoenstatt.de eingerichtet.

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