Ukrainischer Pastor in Bautzen angegriffen
Im sächsischen Bautzen ist es zu laut Medienberichten zu einem Übergriff gegen einen Pastor aus der Ukraine gekommen, der in Sachsen Hilfe für Flüchtlinge organisiert. Der Angreifer sei an einer roten Ampel aus seinem Auto ausgestiegen, habe einen Radmutternschlüssel aus dem Kofferraum geholt und den 46-jährigen Ukrainer damit bedroht, heißt es in Berichten der in Dresden erscheinenden "Sächsischen Zeitung" (Mittwoch) und auf dem Newsportal "Tag24". Die Polizei ermittelt laut eigenen Angaben wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung gegen den Angreifer.
Laut Polizeidirektion Görlitz handelt es sich bei dem Tatverdächtigen ersten Erkenntnissen zufolge um einen 69-jährigen russischen Staatsangehörigen. Seine Beweggründe für den Angriff gelte es zu ermitteln. Der Pastor habe den Übergriff in Bautzen mit der Dashcam seines Autos gefilmt. Er habe den Angreifer in dessen Auto zurückgedrängt. Passanten gingen schließlich zwischen die beiden Männer. Der Vorfall ereignete sich den Berichten zufolge am vergangenen Samstag. Laut "Tag24" hatte der Pastor an seinem Auto eine ukrainische Flagge.
Ebenfalls am Samstag hatte ein betrunkener Russe den Pfarrer einer ukrainisch-katholischen Kirchengemeinde in Hamburg angegriffen. Der Staatsschutz ermittelt wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung – insbesondere zum Motiv des Mannes. Der Pfarrer sei durch den Schlag leicht verletzt worden, habe aber eine ärztliche Betreuung vor Ort abgelehnt, hieß es. Der Geistliche hatte zuletzt öffentlich den Krieg Russlands gegen die Ukraine verurteilt. (tmg/epd)