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Mobilität im Vatikan

Hubschrauber, Papamobil und E-Roller: So reist der Papst

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Pope Francis in a rickshaw
Bonn - Wenn Päpste reisen, steigen sie meist in komfortable Flugzeuge. Doch dieser Tage ging es für Papst Franziskus in eine rustikale Militärtransportmaschine. Welche Fahr- und Flugzeuge nutzt der Vatikan noch? Ein Überblick.

"Er wird hier sitzen", sagt ein Mann und klopft auf einen grauen Flugzeugsitz. Im Hintergrund dröhnen Flugzeugsturbinen. Das kurze Twittervideo ist in einem Transportflugzeug der australischen Luftwaffe aufgenommen. An den nackten Flugzeugwänden sind Klappsitze montiert. Normalerweise werden mit solchen Transportmaschinen Soldaten in Kriegs- und Krisenregionen geflogen. Ausgestiegen wird dann schon mal mit dem Fallschirm. Auch Kriegsgerät kann in der großen Maschine transportiert werden. Doch am vergangenen Wochenende nahm Papst Franziskus in der rustikalen Maschine Platz. "Holy Cargo" titelte ein australischer Militärblog. Flugzeuge dieser Bauart können auf Erde, Schotter, Gras oder Sand landen – genau richtig also für entlegene Regionen der Welt, wie Vanimo in Papua-Neuguinea.

Meist reisen Päpste jedoch etwas komfortabler als in militärischen Transportmaschinen. Von Rom geht es für den Papst stets mit einem gecharterten Flugzeug der italienischen Fluggesellschaft "ITA", der Nachfolgeinstitution von "Alitalia", in die Ferne. Eigene Flugzeuge besitzt der Vatikanstaat nicht. Dabei ist auch die Flugnummer immer gleich: AZ4000. Päpsten stand früher auf langen Flugreisen ein Bett zur Verfügung. Das päpstliche Flugzeug-Bett, in dem Johannes Paul II. bei seinen Flügen in die USA (1979, 1987 und 1995) schlief, steht heute in einem Museum in Kansas City – inklusive eines speziellen Gurtes, um die Sicherheit des Papstes auch in der Horizontalen zu gewährleisten. Auf ein Spezial-Bett verzichtet Franziskus bei seinen Reisen. Er nutzt meist einen komfortablen Sitz der Businessclass – inklusive päpstlichem Wappen und Andachtsbild.

  • Papst Franziskus winkt beim Abflug am 20. November 2022 in Asti (Italien) aus dem Hubschrauber
    Papst Franziskus winkt beim Abflug am 20. November 2022 in Asti (Italien) aus dem Hubschrauber.
  • Benedikt XVI. verlässt mit einem Helikopter den Vatikan am Tag seiner Emeritierung
    Ikonisches Bild: Papst Benedikt XVI. verlässt mit einem Helikopter den Vatikan.
  • Papst Johannes Paul II. während der Ankunft mit dem Hubschrauber bei seinem Deutschlandbesuch 1980 in Fulda.
    Papst Johannes Paul II. während der Ankunft mit dem Hubschrauber bei seinem Deutschlandbesuch 1980 in Fulda.
  • Auf dem Foto sieht man eine große Menschenmasse von mehreren Millionen Menschen auf engem Raum. Über ihnen schwebt ein Hubschrauber mit Papst Johannes Paul II. an Bord. Im Hintergrund sind Häuser von Manila und die Küste zu sehen.
    Papst Johannes Paul II. konnte bei der Weltjugendtags-Messe 1995 in Manila nicht am Gottesdienstort landen, weil Menschenmannsen den Hubschrauberlandeplatz überrannt hatten.

    Für kürzere Strecken innerhalb Italiens oder während Auslandsreisen nutzen die Päpste meist Hubschrauber – oftmals der landeseigenen Streitkräfte. Ikonisch sind die Bilder des Rücktrittstages von Benedikt XVI. (2005-2013), wie er in einem Hubschrauber der italienischen Luftwaffe vom vatikanischen Hubschrauberlandeplatz rund um den Petersdom über die Ewige Stadt flog. Auch Franziskus stieg schon mehrmals in den Hubschrauber: um Benedikt in Castel Gandolfo zu besuchen, bei seiner Visite in Fatima oder bei kürzeren Reisen in Italien. Der Hubschrauber bietet für die vatikanischen Organisatoren die Möglichkeit, den Papst schnell und ohne größere Einschränkungen für den lokalen Verkehr durch Straßensperrungen von einem Ort zum anderen zu transportieren. Was passieren kann, wenn der Papst auf ein anderes Verkehrsmittel ausweicht, zeigte sich 2016 beim Weltjugendtag in Krakau: Damals entschied sich Franziskus mit der Straßenbahn zur Eröffnungsveranstaltung durch Krakau zu fahren. Aus Sicherheitsgründen wurden kurzerhand Straßen gesperrt und die gelb-weiß lackierte Bahn von einer Kolone Polizeiautos und unzähligen Sicherheitskräften geschützt.

    • Menschen begrüßen Papst Franziskus im Papamobil am 2. April 2022 auf einer Straße in Valletta
      Auch bei Reisen ist das Papamobil immer dabei, wie hier am 2. April 2022 in Valletta (Malta).
    • Papst Benedikt XVI. bei der Fronleichnamsprozession 2006 in Rom
      2006 nutzte Papst Benedikt XVI. einen besonderen Aufbau auf seinem Papamobil bei der Fronleichnamsprozession.
    • Papst Johannes Paul II. begrüßt die Menschen aus einem weißen Papamobil
      Papst Johannes Paul II. begrüßt die Menschen aus einem weißen Papamobil bei seinem Besuch am 19. November 1980 in München.
    • Papamobil von Johannes Paul II.
      Das von Papst Johannes Paul II. bei seinem Deutschlandbesuch 1980 genutzte Papamobil ist in einer Stuttgarter Ausstellung zu sehen.

      Seit den 1930er Jahren fahren die Päpste Auto. Damals vor allem in Limousinen, wie sie im politischen Geschäft üblich sind. In den vatikanischen Museen und in Castel Gandolfo sind einige dieser Gefährte ausgestellt. Vor allem unter Johannes Paul II. (1978-2005) wuchs der vatikanische Fuhrpark und bald bürgerte sich die Bezeichnung "Papamobil" für das weiße Papstauto mit Papstthron ein. In seinem fast 27-jährigen Pontifikat nutzte der polnische Papst die verschiedensten Vehikel. Bei seinem Polenbesuch 1979 stellte der polnische Autobauer Star dem Papst ein dreiachsiges Gefährt mit Baldachin zur Verfügung. Auch Mercedes-Benz konfigurierte ein eigenes Auto für den Deutschlandbesuch 1980. Nach dem Attentat vom 13. Mai 1981 stiegen die Sicherheitsanforderungen für das Papamobil und die Hersteller bauten Sicherheitsscheiben rund um den päpstlichen Thron. Besonders spektakulär sind die Fahrzeuge mit denen Johannes Paul II. und Benedikt XVI. an den römischen Fronleichnamsprozessionen teilnahmen: Bilder zeigen die Päpste, wie sie kniend auf umgebauten und aufwendig geschmückten Lastwagen mit der Monstranz durch die römische Abenddämmerung fahren. Ähnlich aufsehenerregend sind auch die päpstlichen Prunkkutschen, die noch heute in den Vatikanischen Museen bestaunt werden können.

      • Papst Benedikt XVI. in einer Gondel auf dem Kanal Grande in Venedig am 8. Mai 2011 in Venedig.
        Papst Benedikt XVI. in einer Gondel auf dem Kanal Grande in Venedig am 8. Mai 2011.
      • Papst Johannes Paul II. fährt 2002 mit dem Zug zum Friedensgipfel in Assisi
        Papst Johannes Paul II. fährt 2002 mit dem Zug zum Friedensgipfel in Assisi
      • Papst Franziskus beim Weltjugendtag 2016 in Krakau in der Straßenbahn
        Papst Franziskus fährt am 28. Juli 2016 mit der Straßenbahn durch Krakau.
      • Papst Johannes Paul II. auf einem Schnellboot
        Nach einem Besuch am Grab Kardinal Mindszentys in der Basilika von Esztergom (im Hintergrund) fuhr Johannes Paul II. am Freitag, den 16.8.1991, mit einem Schnellboot auf der Donau nach Budapest.
      • Papst Benedikt XVI beim Weltjugendtag 2005 in Köln auf dem Rhein
        Papst Benedikt XVI. fährt beim Weltjugendtag 2005 in Köln mit einem Schiff auf dem Rhein
      • Papst Franziskus fährt mit dem Boot in Venedig
        Papst Franziskus fährt mit dem Boot von der Insel Giudecca zur Basilika Santa Maria della Salute in Venedig (Italien) am 28. April 2024.

        Nicht minder beeindruckend ist der päpstliche Prunkzug von Pius IX. (1846-1878): Vergoldete Verzierungen, geschwungene Säulen, blaue Samtvorhänge und ein Sternenhimmel im Inneren zieren die Galawagen. Zu sehen ist der Zug im römischen Museum Centrale Montemartini – einem stillgelegten Elektrizitätswerk. Pius IX. war von der neuen Eisenbahntechnik begeistert und ließ rund 300 Kilometer Gleise durch den Kirchenstaat verlegen. Auch der Vorgänger des römischen Hauptbahnhofes Termini geht auf seine Initiative zurück. Mit Ende des Kirchenstaates verlor der Papst jedoch sein Eisenbahnnetz. Doch ganz aufs Zugfahren verzichten Päpste seitdem nicht: So reiste beispielsweise Papst Benedikt XVI. 2011, wie schon Johannes Paul II., mit dem Zug von Rom zum Weltfriedenstreffen nach Assisi.

        Immer wieder nutzten Päpste auch Boote und Schiffe zur Fortbewegung. Ob beim Weltjugendtag 2005 in Köln, bei Reisen am Mittelmeer oder in Venedig: mit kleineren Booten lassen sich vor allem kurze Distanzen bewältigen. Lange Zeit verfügte der Papst sogar über eine ganze Flotte an Schiffen um vorwiegend die Küsten des Kirchenstaates zu sichern.

        Papst Franziskus signiert einen Lamborghini Huracán
        Der Papst im Lamborghini Huracán? Vor einigen Jahren bekam Franziskus ein besonders schnelles Papamobil geschenkt.

        Und auch die Zukunft päpstlicher Fortbewegung ist gesichert. Immer wieder werden dem Papst besondere Geschenke gemacht. Ob ein weißer Sportwagen, ein Elektroroller oder andere Errungenschaften der Technik – das Papsttum bleibt in Sachen Fortbewegung stets in Bewegung.

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