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Heilungschancen für den Papst stehen gut

Leo XIV. hat Lungenkrebs: Was heißt das und wie geht es weiter?

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Papst Leo im Präsidentenpalast in Malabo in Äquatorialguinea
Bonn - Er habe "einen begrenzten Knoten in seiner Lunge" – mit diesen Worten kündigte der Papst am Sonntag eine notwendige Operation an. Nun, danach, stellen sich einige Fragen. Kann Leo XIV. nach Lateinamerika reisen?

Seit Dienstagabend steht fest: Der Knoten, der Papst Leo XIV. aus der Lunge entfernt werden musste, war ein bösartiger Tumor. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) gibt einen Überblick über die Diagnose und die Folgen.

Was wissen wir über den Zustand des Papstes?

Papst Leo XIV. wurde am Dienstagnachmittag operiert. Dabei entfernten ihm die Ärzte laut Vatikanangaben den Unterlappen des rechten Lungenflügels, was etwa 20 bis 25 Prozent des gesamten Lungenvolumens entspricht. Am Nachmittag teilte der Vatikan unter Berufung auf die behandelnden Ärzte des Papstes mit, dass dieser mit Atemphysiotherapie begonnen habe und bereits in seinem Zimmer umhergehe. Am Morgen wurden demnach die für die Zeit nach dem Eingriff vorgesehenen Blutuntersuchungen und eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs durchgeführt.

Die Ergebnisse bestätigten einen regulären postoperativen Verlauf: "Die Werte liegen im Normbereich für die Art des durchgeführten Eingriffs", so die Mediziner. Leo XIV. habe normal gefrühstückt und zu Mittag gegessen. Seine Genesung verlaufe wie erwartet. "Der Papst ist in guter Stimmung", sagte Vatikansprecher Matteo Bruni.

Welche Diagnose hat der Papst erhalten?

In dem Lungenlappen, der dem Papst entfernt wurde, befand sich ein Adenokarzinom, also ein bösartiger Tumor. Der Verdacht bestand laut Vatikanangaben bereits seit einer früheren Untersuchung. Leo XIV. hatte beim Angelus-Gebet am Sonntag von einem "begrenzten Knoten in meiner Lunge" gesprochen, der in einem "sehr frühen Stadium" entdeckt worden sei. Ärzte hätten ihm zu einem Eingriff geraten.

Worum handelt es sich bei einem Adenokarzinom?

Ein Lungen-Adenokarzinom ist ein sogenanntes nicht-kleinzelliges Karzinom. Es macht einen Großteil der Lungenkrebsformen aus und tritt nicht nur bei Rauchern, sondern auch vermehrt bei Nichtrauchern auf. Das mittlere Alter der Erkrankten liegt in Deutschland bei 68 bis 70 Jahren.

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Papst Leo XIV. wird von Andrea Cambieri (r.), medizinischer Direktor der Gemelli-Klinik, begrüßt.

Da Lungen-Adenokarzinome häufig in den äußeren Bereichen der Lunge entstehen und daher oft keine Symptome verursachen, können sie lange unbemerkt bleiben. Werden sie in einem frühen Stadium entdeckt, sind die Behandlungsaussichten in der Regel günstiger. Allerdings können auch diese Tumoren bereits früh Metastasen bilden. Dass man den Papst direkt operiert habe, "spricht dafür, dass man keine Metastasen gefunden hat", sagte Bernd Schmidt, Leiter des Lungenkrebszentrums der DRK-Kliniken Berlin, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Wie ist die Prognose bei einem Lungen-Adenokarzinom?

Die Prognose ist stark vom Stadium des Karzinoms abhängig. Das genaue Stadium sei zwingend erforderlich, um eine echte Aussage treffen zu können, so Schmidt. Nach der Operation würden nun die mitentfernten Lymphknoten untersucht. Sollten diese nicht von dem Krebs befallen sein, könne man von einer Fünf-Jahres-Überlebensrate von 80 bis 95 Prozent ausgehen. Das sei für das Alter – der Papst ist 71 Jahre alt – eine quasi normale Überlebensrate. Bei einem Befall der Lymphknoten sinke die Überlebensrate auf rund 60 bis 65 Prozent.

Ist eine weitere Behandlung nötig?

Wenn die Lymphknoten nicht befallen sind, ist eine weitere medikamentöse Behandlung voraussichtlich nicht notwendig. Dann stehen laut Schmidt vor allem Physio- und Schmerztherapie an. Bei einem Befall der Lymphknoten würde eine nachgelagerte medikamentöse Therapie geplant werden. Ob eine Chemotherapie oder eine zielgerichtetere Behandlung infrage kommen, müssten weitere Untersuchungen zeigen.

In den ersten zwei Jahren nach der Diagnose finden voraussichtlich alle drei Monate Kontrolluntersuchungen statt. So wird laut Schmidt zumindest in Deutschland verfahren. Das Lungenkrebsrisiko bleibe nach einer Erkrankung statistisch gesehen erhöht.

Hatte der Papst in seiner Familie schon Kontakt mit Krebs?

Ja; seine Mutter Mildred starb 1990 nach einer mehrjährigen Krebserkrankung. Sieben Jahre später starb Louis, der Vater des Papstes, an Darmkrebs sowie einer Herzerkrankung.

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Louis Prevost unterzog sich laut seiner Frau in den vergangenen Jahren einer Stammzelltherapie, die den Krebs eindämmte.

Auch Leos ältester Bruder Louis (74) ist an Krebs erkrankt. Bei ihm wurde 2017 ein Multiples Myelom diagnostiziert. Dabei handelt es sich um eine Krebserkrankung des Knochenmarks. Diese Krebsform gilt als nicht dauerhaft heilbar. Louis Prevost unterzog sich laut seiner Frau in den vergangenen Jahren einer Stammzelltherapie, die den Krebs eindämmte. Zuletzt sei dieser wieder aktiver geworden, weshalb der Bruder des Papstes erneut an einer klinischen Studie teilnimmt.

Hatten schon frühere Päpste Krebs?

Gesichert weiß man von einer Krebsdiagnose nur bei Papst Johannes XXIII. (1958-1963). Dass er bereits 1962 wegen Magenkrebs operiert wurde, erfuhr die Öffentlichkeit allerdings erst in Zusammenhang mit seinem Tod am 3. Juni 1963, dem innere Blutungen und eine Bauchfellentzündung vorausgingen. Johannes Paul II. wurde 1992 ein Darmtumor entfernt. Dabei handelte es sich jedoch um ein gutartiges Geschwür. Über weitere Krebserkrankungen von Päpsten in der Geschichte ist öffentlich nichts bekannt.

Wie geht es für Leo XIV. jetzt weiter?

Zunächst wird der Papst rund eine Woche in der Gemelli-Klinik bleiben. Der Vatikan hat alle Audienzen bis einschließlich 20. Oktober abgesagt. Ob Leo XIV. seine für Anfang November geplante knapp zweiwöchige Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru wird absolvieren können, ist abzuwarten. Laut Lungenkrebsexperte Schmidt ist vorstellbar, dass der Papst rund zwei Wochen nach seiner Entlassung reisefähig ist. Selbst wenn die Lymphknoten von Krebs befallen sein sollten, spräche das nicht zwingend gegen die Reise. Langfristige Folgen für den Papst erwartet der Mediziner im besten Fall nicht: "Er wird das, weil er sportlich ist, sehr gut kompensieren können".

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