Papst Leo XIV. telefoniert mit Putin
Papst Leo XIV. hat am Freitag mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert. Dabei äußerte der Papst "seine tiefe Besorgnis über die ernste humanitäre Lage" in der ukrainischen Stadt Oleschky, wie der Vatikan am Nachmittag mitteilte. Leo XIV. rief zu einem Waffenstillstand auf, damit Lebensmittel und medizinische Hilfe bereitgestellt werden könnten. Ebenso müsse eine freiwillige und sichere Evakuierung der belagerten Stadt ermöglicht werden.
Schließlich bekräftigte das Kirchenoberhaupt das Engagement des Heiligen Stuhls für die Förderung von Dialog und Frieden, wie es hieß. Wer das Telefonat initiiert hatte, teilte der Vatikan nicht mit. Leo XIV. befindet sich seit Dienstag in der römischen Gemelli-Klinik, wo ihm ein bösartiger Tumor aus dem rechten Lungenflügel entfernt wurde.
Die Stadt Oleschky in der Region Cherson nahe der Frontlinie erlebt seit Wochen eine schwierige humanitäre Situation. Sie ist von russischen Soldaten besetzt und steht unter Beschuss beider Armeen. Die Zivilbevölkerung ist von Lebensmittel- und Medikamenten-Lieferungen abgeschnitten. Zuletzt hatte sich der Sondergesandte des Papstes für humanitäre Fragen im russisch-ukrainischen Krieg, Kardinal Matteo Zuppi, Ende September bei einem Moskau-Besuch für eine Verbesserung der Situation in der Stadt eingesetzt.