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Kinder schreiben Briefe an den Papst

Leo XIV. in der Klinik: Zwischen Sorge, Aufatmen und Spekulationen

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Papst Leo XIV. kommt mit einem Auto an der Gemelli-Klinik in Rom an.
Rom - Dass dem Papst ein bösartiger Tumor entfernt wurde, lässt in Rom niemanden kalt. Doch nicht nur in der Gemelli-Klinik wird für ihn gebetet.

"Lieber Papst Leo, ich bin Angelo, sieben Jahre alt und seit 36 Tagen hier im zehnten Stock", schreibt der junge Patient seinem prominenten Flurnachbarn in der Gemelli-Klinik. "Ich und meine Mama beten jeden Abend für dich." Unter den Text in sorgfältiger Druckschrift hat Angelo viele Herzchen gemalt. "Ich wünsche dir eine gute Genesung", so der Junge, der selbst am Kopf operiert wurde.

Briefe an Papst Leo XIV., der in der Gemelli-Klinik liegt, veröffentlicht am 16. Oktober 2026 im Vatikan.
Briefe an Papst Leo XIV.

Angelos Briefchen ist eine von vielen Nachrichten und Zeichnungen, die Leo XIV. seit seiner OP am Dienstag erhält. Einige davon veröffentlichte der Vatikan am Freitag. Die 18-jährige Giorgia, ebenfalls schwerkrank, schreibt dem gebürtigen Chicagoer auf Englisch, weil sie die Sprache so mag. Seit sie hörte, dass Leo XIV. ein bösartiger Lungentumor entfernt wurde, fühle sie sich ihm noch näher. "Ich bete zu Gott, dass wir beide gesund werden, und ich bitte dich, mit mir zu beten. Es werden bessere Tage kommen, ich bin sicher!"

Fotos des Papstes am improvisierten Altar

Dafür mehren sich seit Freitagmittag die Anzeichen: Der Vatikan veröffentlichte Fotos, auf denen ein aufrecht stehender Leo im grünen Messgewand an einem kleinen Altar offenbar gerade die Wandlung vollzieht: Er hält eine Hostie in die Höhe. Sogar gepredigt hat der 71-Jährige in der improvisierten Kapelle im zehnten Stock, nachdem ihm am Dienstag in einer 90-minütigen Operation der rechte untere Lungenlappen samt Tumor entfernt wurde. Er dankte dem gesamten Klinikpersonal für alles, was sie für die Kranken tun – und auch für ihn selbst.

Noch ist seine Entlassung nicht angekündigt, aber fest steht, dass Leo XIV. am Sonntag das übliche Mittagsgebet halten wird, ob noch im Gemelli oder schon wieder im Vatikan. Seit er dort vor dann genau einer Woche die Nachricht von seiner bevorstehenden Operation verkündete, ist die Sorge um das 71-jährige Kirchenoberhaupt in Rom mit Händen zu greifen.

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Papst Leo XIV. zelebrierte am Freitag eine Messe in der Kapelle der Gemelli-Klinik.

Dass er bei alldem offen, rational und gelassen vorgeht, sehen viele als typisch für den studierten Mathematiker und Augustinermönch Robert Francis Prevost. Davon zeugt auch seine Klinikeinlieferung: Statt sich über die Tiefgarage zu den streng bewachten Aufzügen Richtung zehnten Stock bringen zu lassen, entstieg er vor den Augen Hunderter Menschen dem SUV, grüßte und winkte lächelnd, bevor er über den Haupteingang das Klinikum betrat.

Blumen, Briefe und Kerzen für Leo XIV.

Hier reißt die Schar betender Menschen seither nicht ab. Um die Statue von Leos Vorgänger Johannes Paul II. (1978-2005), der so oft in dem renommierten Lehrkrankenhaus im Nordwesten Roms behandelt worden war, sammeln sich Blumen und Kerzen, die vor Fotos des Papstes platziert sind. In der Hauskapelle gibt es täglich Rosenkranzandachten, zu denen Klinikpersonal, Patienten und Besucher strömen. Am Sonntag soll in allen römischen Kirchen für den päpstlichen Patienten gebetet werden.

"Er ist guter Laune und arbeitet", heißt es unterdessen aus dem Vatikan. Tatsächlich trifft Leo Personalentscheidungen, am Freitag ernannte er zwei neue Weihbischöfe für das Erzbistum Madrid. Dazu kommt Monsignore Paolo Rudelli, als Substitut des Staatssekretariats sein engster operativer Mitarbeiter, mit den entsprechenden Akten zum Papst in die Klinik.

Folgen für Leos Pontifikat

Viele denken nun schon daran, wie es nach seiner Entlassung weitergehen wird. Als nächste große Termine stehen für ihn die Teilnahme am 40. Jahrestag des Interreligiösen Friedensgebets in Assisi am 27. Oktober an. Vor allem stellt sich die Frage, ob er die Südamerikareise vom 6. bis 17. November nach Uruguay, Argentinien und Peru wird antreten können.

Kardinal Pietro Parolin
Kardinal Pietro Parolin: "Auf der Grundlage all dieser Faktoren wird der Papst sein Pontifikat neu ausrichten – falls eine solche Neuausrichtung überhaupt erforderlich sein sollte."

Genau wie Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hoffen viele, "dass sich die Situation bald klärt und der Heilige Vater wieder an die Arbeit gehen und sein Pontifikat fortsetzen kann", wie Parolin der Zeitung "La Repubblica" am Donnerstagabend sagte. Er vertraue auf die Informationen der medizinischen Berichte.

Parolins Prognosen

"Auf der Grundlage all dieser Faktoren wird der Papst sein Pontifikat neu ausrichten – falls eine solche Neuausrichtung überhaupt erforderlich sein sollte", so Parolin. Seine Prognose für die Südamerikareise: "Wenn alles gut läuft und sich die Situation so entwickelt, wie ursprünglich angenommen, dann wird die Reise stattfinden." Die Tatsache, dass der Vatikan inzwischen entschieden hat, welche Journalisten, die sich zur Mitreise im Papstflieger beworben hatten, dabei sein werden, könnte dafür sprechen. Eine Bestätigung gibt es indes noch nicht.

Im Vatikan herrscht laut Parolin "eine ziemlich gelassene Stimmung". Rein äußerlich nehmen die Dinge dort ihren gewohnten Lauf. Rund um den Obelisk auf dem Petersplatz sind schon Absperrungen für die Weihnachtskrippe aufgebaut. Denn in nicht einmal zwei Monaten soll die Krippenlandschaft samt Christbaum dort weihnachtliche Freude bringen.

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