Papstvertrauter: Franziskus gönnt sich kaum Erholung
Franziskus nutze die Zeit ohne offizielle Audienzen, um Briefe zu beantworten und Kontakte mit Freunden zu pflegen, so der argentinische Landsmann des Papstes. Zudem bereite er Dokumente und Projekte für die kommenden Monate vor. Die öffentlichen Auftritte fehlten dem 78-jährigen jedoch. Franziskus brauche die Nähe zu Menschen, so Karcher. Am 5. August nimmt Franziskus seine wöchentlichen Generalaudienzen auf dem Peterplatz wieder auf.
Letzter Urlaub 1975
Im Gegensatz zu seinem Vorgängern verbringt Franziskus die Sommermonate komplett in Rom. Den letzten Urlaub außerhalb seine gewohnten Umfelds machte der heutige Papst nach eigenen Angaben im Jahr 1975. Seine Vorgänger Benedikt XVI. und Johannes Paul II. hatten sich im Juli und August jeweils in die päpstliche Sommerresidenz nach Castel Gandolfo begeben. Auch in diesem Jahr war der emeritierte deutsche Papst dorthin gereist. Zudem machten sie, solange es ihre körperliche Konstitution erlaubte, Urlaube in den Alpen.
Erst vor rund zwei Wochen war Franziskus zu einer anstrengenden dienstlichen Reise durch die lateinamerikanischen Länder Ecuador, Bolivien und Paraqauy aufgebrochen. Dabei meisterte der Pontifex ein dichtes Programm und schreckte auch vor einem Aufenthalt in Boliviens auf rund 3500 Metern Höhe gelegenen Regierungssitz La Paz nicht zurück. Vor Journalisten erklärte Vatikansprecher Federico Lombardi, seit seiner Wahl besitze Franziskus neue Kräfte. Er sei nach der Reise nicht angestrengter gewesen als die Journalisten selbst. Franziskus hat nur noch einen gesunden Lungenflügel (gho/KNA).
2015 war das erste Mal seit seinem Rücktritt, dass Benedikt XVI. seinen Sommerurlaub wieder in Castel Gandolfo verbracht hat. Nun ist er wieder in den Vatikan zurückgekehrt. Mit einem Brief bedankte er sich für die Tage in den Albaner Bergen.