Gegen "egoistische Profitgier"

Papst Franziskus mahnt angesichts weltweit wachsender Armut und Arbeitslosigkeit zur Reform des globalen Wirtschaftssystems. Solidarität könne sich in der gegenwärtigen Krise nicht allein auf die Unterstützung von Bedürftigen beschränken, sagte der Papst am Wochenende bei einer Audienz für Experten der katholischen Soziallehre im Vatikan.

Wirtschaft | Vatikanstadt - 27.05.2013

Papst Franziskus mahnt angesichts weltweit wachsender Armut und Arbeitslosigkeit zur Reform des globalen Wirtschaftssystems. Solidarität könne sich in der gegenwärtigen Krise nicht allein auf die Unterstützung von Bedürftigen beschränken, sagte der Papst am Wochenende bei einer Audienz für Experten der katholischen Soziallehre im Vatikan.

Das gesamte globale Wirtschaftssystem müsse auf den Prüfstand gestellt und mit den fundamentalen Rechten aller Menschen in Einklang gebracht werden, forderte das Kirchenoberhaupt.

Solidarität als staatsbürgerliche Tugend

Man könne heute nicht mehr einfach sagen, dass nur auf der südlichen Erdhalbkugel "etwas nicht funktioniert", so der Papst. Auch in der westlichen Welt breiteten sich Armut und Arbeitslosigkeit in besorgniserregender Weise aus. Das Wort "Solidarität", das heute in Kreisen der Wirtschaft häufig einen schlechten Klang habe, müsse wieder eine staatsbürgerliche Tugend werden, betonte Franziskus.

Eine arme Frau zählt Geld in ihrer Hand.
Eine arme Frau zählt Geld in ihrer Hand.
 picture alliance / ZB

Zugleich bekräftigte er, dass die Wirtschaftskrise im Kern ein ethisches Problem sei. Die Menschen stellten Macht, Profit und Geld über die Würde der Person. Demgegenüber gelte es, den Menschen wieder in den Mittelpunkt zu stellen.

Papst prangert "egoistische Profitgier" an

Bereits Anfang des Monats hatte Papst Franziskus eine "egoistische Profitgier" als Ursache für weltweit wachsende Arbeitslosigkeit angeprangert. Profitgier sei häufig der Grund dafür, dass Menschen ihre Arbeit verlören, sagte das Kirchenoberhaupt anlässlich des Gedenktags für den heiligen "Joseph, den Arbeiter" am 1. Mai.

Die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft forderte Franziskus dabei in seiner Ansprache auf, "alles zu tun", um die Beschäftigung zu fördern. Arbeit sei ein "fundamentaler Bestandteil der Menschenwürde" und gehöre zum "Plan der Liebe Gottes", so Franziskus. (KNA)

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