"Islamischer Staat" lässt 42 syrische Christen frei

Nach langer Geiselhaft sind 42 syrische Christen aus der Gewalt der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) freigekommen. Der IS hatte hohe Lösegelder für seine Geiseln verlangt und mit Bildern von Ermordeten seine Forderungen bekräftigt.

Christenverfolgung | London - 22.02.2016

Nach fast einem Jahr Geiselhaft sind 42 Christen aus dem nordostsyrischen Tell Tamer aus der Gewalt der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) freigekommen. Darunter sind auch 17 Frauen, wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London am Montag mitteilte.

Die jetzt Freigelassenen sind die letzten einer Gruppe von 230 Bewohnern, die Ende Februar 2015 von den Islamisten verschleppt worden waren. In den vergangenen Monaten wurden mehrfach kleinere Gruppen von entführten Christen freigelassen. Die Terrormiliz hatte enorme Lösegelder für ihre Geiseln verlangt. Unklar ist, ob und in welchem Umfang Zahlungen erfolgten. Im vergangenen September sollen mindestens drei Männer erschossen worden sein. Die Bilder wurden im Internet verbreitet, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Die Kleinstadt Tell Tamer, rund 40 Kilometer nördlich der Gouvernements-Hauptstadt al-Hasaka am Chabur-Fluss gelegen, war bis zum Einfall des IS Heimat einer beträchtlichen Gemeinde assyrischer Christen. Viele flohen angesichts der islamistischen Bedrohung. Bekannt wurde Tell Tamer auch durch die Deutsche Ivana Hoffmann, die dort im März 2015 als Mitglied kurdischer Milizen im Kampf gegen den IS fiel. (jml/KNA/dpa)

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