Keine Angleichung an den Mainstream suchen

Fünf Bischöfe stärken dem Passauer Oberhirten Stefan Oster den Rücken in der Debatte über die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Oster veröffentlichte auf seiner Facebook-Seite einen von seinen Amtsbrüdern aus Augsburg, Eichstätt, Görlitz, Regensburg und Würzburg unterzeichneten Brief.

Familie | Bonn/Passau - 16.05.2015

Fünf Bischöfe stärken dem Passauer Oberhirten Stefan Oster den Rücken in der Debatte über die Segngung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Oster veröffentlichte auf seiner Facebook-Seite einen von seinen Amtsbrüdern aus Augsburg, Eichstätt, Görlitz, Regensburg und Würzburg unterzeichneten Brief, in dem sie ihm für seine deutlichen Worte gegen den Beschluss des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) danken.

In dem Schreiben betonen die bischöflichen Absender, dass die Position Osters "in der Lehre Jesu, in der Schrift und in der Tradition der Kirche" gründe. Zuvor hatte bereits der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, das ZdK kritisiert.

Die ursprüngliche, auf Facebook veröffentlichte Kritik Bischof Osters wies Stefan Vesper, Generalsekretär des ZdK, zurück: Die Forderung, "Brücken zwischen Lehre und Lebenswelt" zu bauen, sei gerade keine Abwendung von der Lehre, sondern betone ihren hohen Stellenwert. Zur jüngsten Kritik am Beschluss hat sich das Zentralkomitee noch nicht geäußert. (fxn)

katholisch.de dokumentiert den Wortlaut

Hochwürdigster Herr Bischof Oster, lieber Mitbruder Stefan,

wir danken Dir für Deine Stellungnahme zu dem von der Frühjahrsvollversammlung des ZdK beschlossenen Papier „Zwischen Lehre und Lebenswelt Brücken bauen – Familie und Kirche in der Welt von heute“. Deinen Ausführungen zur Lehre über das christliche Menschenbild hinsichtlich seiner Bedeutung für das Frausein und Mannsein, vor allem in seiner Bedeutung für die christliche Ehe, schließen wir uns voll und ganz an, gründen sie doch in der Lehre Jesu in der Schrift und in der Tradition der Kirche.

Wir leben in Deutschland mittlerweile in einer stark säkularisierten Gesellschaft. Dieser Umstand sollte uns nicht entmutigen und uns die Angleichung an den Mainstream suchen lassen, sondern als Chance verstanden werden, die Einzigartigkeit der christlichen Berufung in der Welt von heute neu zu entdecken. Eine offenherzige und treue Verkündigung der Lehre Jesu im Evangelium und die Erschließung der Beziehung mit ihm als Reichtum für unser Leben, wie Du es in Deiner Replik unternommen hast, bilden dafür eine unerlässliche Voraussetzung.

Wir sind daher überzeugt, dass auch viele Gläubige Dir für Deine klaren Worte außerordentlich dankbar sind.

In mitbrüderlicher Verbundenheit grüßen Dich die Bischöfe von:

Augsburg: Dr. Konrad Zdarsa
Eichstätt: Gregor M. Hanke OSB
Görlitz: Wolfgang Ipolt
Regensburg: Dr. Rudolf Voderholzer
Würzburg: Dr. Friedhelm Hofmann

(Quelle: Facebook-Seite von Bischof Stefan Oster)

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