"Könnte verwechselt werden"

Familienbischof Heiner Koch weiß, dass sich Homosexuelle dadurch diskriminiert fühlen. Dennoch hat er sich gegen eine kirchliche Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren ausgesprochen - weil sie mit einer Eheschließung verwechselt werden könnte.

Homosexualität | Hamburg - 03.10.2015

Der katholische "Familienbischof" Heiner Koch hat sich gegen eine kirchliche Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren ausgesprochen. "Ich sehe die Gefahr, dass die Segnung mit einer Eheschließung verwechselt werden kann, und das ist nicht gewollt", sagte der Berliner Erzbischof im Interview mit "Spiegel-Online" (Samstag).

In evangelischen Kirchen gibt es solche Segnungen, sie sind allerdings auch unter Protestanten umstritten.

Koch räumte ein, dass Homosexuelle "sich von der Kirche nicht wertgeschätzt und diskriminiert fühlen, weil die Kirche die Segnung ihrer Beziehung verweigert". Die Ehe sei für die katholische Kirche jedoch "die Beziehung von Mann und Frau auf Lebensdauer, offen für die Weitergabe des Lebens - und das kann die eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft nicht sein". Mit Blick auf Homosexuelle und Christen, die keine Ehe eingehen wollten, rief der Erzbischof die Kirche zugleich auf, "so zu unterscheiden, dass wir nicht damit verletzen, also zu differenzieren, ohne zu diskriminieren". Zugleich sagte Koch: "Das klappt noch nicht immer."

Der Umgang mit gleichgeschlechtlichen Partnerschaften ist ein Thema der Bischofssynode zu Ehe und Familie, die an diesem Sonntag im Vatikan beginnt. Koch ist unter den zehn deutschen Teilnehmern, Beobachtern und Mitarbeitern der dreiwöchigen Synode. (KNA)

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