Marx: Seelsorge darf Menschen nicht "abstempeln"

Durch Franziskus seien die Ansprüche an die Seelsorge gewachsen, sagt Kardinal Marx mit Blick auf die Familiensynode und das Schreiben "Amoris laetitia". Vor allem ein Fehler dürfe nun nicht passieren.

Familie | Löwen - 26.10.2016

Mit dem von Papst Franziskus verfolgten Kurs in Ehe- und Familienfragen ist der Anspruch an die Seelsorge nach Ansicht des Münchner Kardinals Reinhard Marx gestiegen. "Damit soll nicht behauptet werden, die Seelsorge habe in der Vergangenheit keine Qualität besessen", sagte der Vorsitzende der EU-Bischofskommission COMECE am Dienstagabend bei einem Vortrag in der Katholischen Universität Löwen in Belgien. Spürbarer sei die Anforderung geworden, "erst einmal zuzuhören, aufzunehmen, anzunehmen, einzuordnen ohne abzustempeln und dann miteinander nach vorne zu sehen und Wege zu suchen".

"Nicht allen die gleichen hohen Anforderungen auferlegen"

Marx, der auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, äußerte sich mit Blick auf die Ergebnisse der Weltbischofssynode zu Ehe und Familie im vergangenen Herbst und das im April vorgelegte Schreiben des Papstes "Amoris laetitia".

"Die Seelsorge der Kirche darf sich weder in einem Rigorismus üben, der unbesehen allen die gleichen hohen Anforderungen auferlegt, noch darf sie sich auf einen Stil des 'laissez-faire' zurückziehen, der den Menschen letztlich nichts mehr zu sagen hat", sagte Marx. Sie solle "die Menschen einladen und, soweit es die jeweilige Situation und der Wille der jeweiligen Person zulassen, mit hineinnehmen in das pilgernde Volk Gottes, das selbst unterwegs ist". (KNA)

Themenseite: Familiensynode

Im Herbst 2014 und 2015 haben sich zwei Bischofssynoden im Vatikan mit Ehe und Familie beschäftigt. Im April 2016 erschien dazu das päpstliche Dokument "Amoris laetitia". Die Themenseite bündelt die Berichterstattung zu den Synoden.

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