Papst verurteilt "mörderischen Wahnsinn" in Nizza

Papst Franziskus hat seine Nähe zu den Opfern des Anschlags von Nizza bekundet. Auch Kardinal Reinhard Marx und Weltkirchebischof Ludwig Schick zeigen sich schockiert.

Terrorismus | Vatikanstadt - 15.07.2016

Papst Franziskus hat seine Nähe zu den Opfern des Anschlags von Nizza bekundet. Der Heilige Stuhl verurteile aufs Entschiedenste den "mörderischen Wahnsinn, Hass, Terrorismus und jeden Angriff auf den Frieden", teilte Vatikansprecher Federico Lombardi am Freitag mit.

Der Vatikan habe in der Nacht mit "größter Besorgnis" die Nachrichten aus Nizza verfolgt. Papst Franziskus nehme Anteil "am Leiden der Opfer und des ganzen französischen Volks an dem Tag, der ein großer Festtag sein sollte".

Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, nimmt Anteil am Schicksal der Getöteten und Angehörigen: "Entsetzt und traurig stehen wir vor diesem Akt der Gewalt. Meine Gedanken und Gebete sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und Freunden", erklärt er am Freitag und ergänzte: "Und ich bleibe überzeugt: Die europäische Zivilisation, die Kultur der Freiheit, zu der die französische Nation so vieles beigetragen hat, lässt sich durch die Gewalt nicht unterkriegen". Ähnlich sieht das auch Weltkirchebischof Ludwig Schick, der über den Nachrichtendienst Twitter frage: "Wie können Menschen so unmenschlich werden?"

Der Bischof von Nizza, Andre Marceau, sagte der französischen Zeitung "La Croix": "Wir sind Zeugen von Kriegsszenen geworden, unerträglich." Er selbst habe am Donnerstag die Promenade nach der offiziellen Zeremonie gegen 19 Uhr verlassen. Es sei eine ruhige und sonnige Urlaubsatmosphäre gewesen. Nach den Anschlägen habe am Freitag dann eine Ruhe des Todes geherrscht.

Marceau: Worte des Trosts finden

In diesen Momenten sei es Aufgabe der Kirche, Worte des Trostes zu finden, Mitgefühl zu zeigen und denen nah zu sein, die Freunde und Familienangehörige verloren hätten. Die Kathedrale von Nizza werde den gesamten Tag geöffnet bleiben, Priester und Seelsorger stünden für die Menschen bereit.

Am späten Donnerstagabend war im südfranzösischen Nizza ein Lastwagen durch eine Menschenmenge gerast, die sich zu einem Feuerwerk anlässlich des Nationalfeiertags auf der Strandpromenade versammelt hatte. Nach aktuellen Medienangaben wurden mindestens 84 Menschen getötet; unter den vielen Verletzten seien 18 in einem kritischen Zustand. Der mutmaßliche Angreifer, ein 31-jähriger Franko-Tunesier, wurde von der Polizei erschossen.

Muslime verurteilen Anschlag

Der Rektor der Großen Moschee von Paris, Dalil Boubakeur, verurteilte im Namen aller französischen Muslime das "niederträchtige und grausame Attentat" und rief zur Einheit aller Bürger auf angesichts "dieser neuerlichen schrecklichen Bewährungsprobe, die unsere ganze Nation in Trauer versetzt".

In Nürnberg, der Partnerstadt von Nizza, veranstalten die beiden großen Kirchen am Freitagabend eine Gedenkveranstaltung für die Opfer und Hinterbliebenen des Terroranschlages. Dabei wird auch der Chor "Les Voix de Nice" singen, der derzeit in Mittelfranken auf Konzertreise ist, wie das Evangelisch-Lutherische Dekanat mitteilte. Der evangelische Regionalbischof Stefan Ark Nitsche und der katholische Stadtdekan Hubertus Förster werden die Feier gemeinsam mit Pfarrer Martin Brons in der Kirche Sankt Egidien gestalten. (bod/stz/gho/KNA)

15.07.2016, 11:12 Uhr: ergänzt um das Statement des Bischofs von Nizza

15.07.2016, 11:40 Uhr: ergänzt um die Reaktion aus Nürnberg

15.07.2016, 11:40 Uhr: ergänzt um das Statement von Kardinal Marx

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