Verwirrter Mann randaliert in römischer Kirche

Auch wenn der Angriff nur wenige Sekunden dauerte, richtete der Täter relativ großen Schaden in der römischen Basilika Santa Prassede an. Sein Motiv: eine falsche Bilderverehrung.

Vandalismus | Rom - 01.10.2016

Ein offenbar geistig verwirrter Mann hat in der römischen Kirche Santa Prassede randaliert und zwei Heiligenstatuen zerschlagen. Der Vorfall ereignete sich am Freitagabend und dauerte nur "drei bis fünf Sekunden", wie der Rektor der Kirche, Pedro Savelli, am Samstag auf Anfrage sagte.

Demnach betrat der Mann die Kirche, erhob den Vorwurf einer falschen Bilderverehrung und stürzte die Statuen der Märtyrerin Praxedis und des Volksheiligen Antonius um. Bevor er sich an einem Kruzifix zu schaffen machen konnte, wurde er von den etwa 15 Anwesenden verjagt und flüchtete unerkannt.

Zur Höhe des finanziellen Schadens konnte Savelli noch keine Angaben machen. Die vom Anfang des 20. Jahrhunderts stammende Statue der Praxedis solle repariert werden. Die Antonius-Statue sei jüngeren Datums und werde wohl komplett ersetzt. Santa Prassede, unweit der Basilika Santa Maria Maggiore gelegen, ist im Wesentlichen ein Bau des 9. Jahrhunderts. Die Mosaiken der Apsis und der Zenon-Kapelle zählen zu den bedeutendsten Beispielen byzantinischer Kunst in Rom.

Wie inzwischen bekannt wurde, sollen noch weiterer römische Kirchen Opfer von Vandalismus geworden sein: am Freitag die nahe gelegene Kirche San Martino ai Monti sowie am Samstag San Vitale und San Giovanni dei Fiorentini. Nach Personenbeschreibungen durch die Priester hätten Polizeibeamte einen Mann in der römischen Altstadt festgenommen. Es handle sich um einen bereits bekannten 39-jährigen Ghanaer.

Der Verdächtige sei mittlerweile vernommen worden. Ob er für die Aktionen tatsächlich verantwortlich ist und aus welchem Motiv er gegebenenfalls handelte, ist der Polizei zufolge noch unklar. (bod/KNA)

01.10.2016, 15.54 Uhr: aktualisiert um Angriffe auf weitere Kirchen

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