Weitere Klage gegen Erzbischof von Lyon

Gegen den Erzbischof von Lyon, Philippe Barbarin, wurde Medienberichten zufolge eine fünfte Klage wegen Nichtanzeige einer Straftat eingereicht. Er soll zwei Priester nicht suspendiert haben, denen sexueller Missbrauch vorgeworfen wird.

Missbrauch | Paris - 01.04.2016

Der Erzbischof von Lyon, Philippe Barbarin, sieht sich einer weiteren Klage gegenüber. Wie der französische Sender Europe 1 am Donnerstag berichtete, wurde gegen Barbarin eine fünfte Klage wegen Nichtanzeige einer Straftat eingereicht. Dem "Primas Galliens" wird zur Last gelegt, zwei Priester nicht suspendiert zu haben, denen sexueller Missbrauch von Minderjährigen vorgeworfen wird.

Bisher bezogen sich die Missbrauchsvorwürfe nur auf einen Priester. Nun wird ein zweiter Geistlicher aus der Erzdiözese Lyon des Missbrauchs beschuldigt. Ein mutmaßliches Opfer dieses Mannes reichte nun dem Bericht zufolge am Dienstag Klage gegen Barbarin wegen Nichtanzeige einer Straftat und Gefährdung anderer Kinder ein. Obwohl das Opfer Barbarin alarmiert habe, sei der zweite beschuldigte Priester erst im März dieses Jahres suspendiert worden, heißt es bei Europe 1.

Am Mittwoch war der Bischofssitz des Primas durchsucht worden. Die Diözese teilte mit, dass sie alle Dokumente zur Verfügung gestellt habe, um "Licht in diese schmerzhaften Ereignisse" zu bringen. Barbarin selbst betont immer wieder, mit der Justiz kooperieren zu wollen.

Zu Beginn der Woche hatten sich zwei französische Bischöfe hinter Barbarin gestellt. Der Pariser Erzbischof Andre Vingt-Trois sagte in einem Interview der Zeitung "Le Parisien", er unterstütze Barbarin und glaube, dass dieser alles im Kampf gegen Pädophilie getan habe. Der Vorsitzende der Französischen Bischofskonferenz, Georges Pontier, sagte dem Radiosender France Bleu, es liege an Barbarin, eine Antwort auf die derzeitige Situation zu finden. (bod/KNA)

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