Das Öko-Kloster

Im Jahr 1129 beginnt die spannende Geschichte der Benediktinerabtei Plankstetten. Heute ist das Kloster mit seinen Öko-Produkten ein Vorzeigemodell für nachhaltiges Wirtschaften.

Benediktinerabtei Plankstetten | Bonn - 06.01.2015

Im Jahr 1129 beginnt die spannende Geschichte der Benediktinerabtei Plankstetten, die im Auftrag des Bistums Eichstätt gegründet wurde. Sie liegt rund 30 Kilometer südlich von Neumarkt in der Oberpfalz. Der frühe Ursprung des Klosters ist noch heute sichtbar: So geht der dreischiffige Kirchenbau noch auf die Gründungsphase zurück. Vor allem von außen und in der Krypta ist der romanische Baustil deutlich erkennbar.

Nach einer Entfaltung des Klosters über die ersten Jahrhunderte kam es Mitte des 15. Jahrhunderts zu einem wirtschaftlichen Abschwung und – wie auf den Internetseiten der Abtei nachzulesen ist – auch zu einem "Verfall der Sitten". Es war das Verdienst des Abtes Ulrich IV. Dürner (1461-1494), dieser Entwicklung durch weitgehende Reformen entgegengewirkt zu haben. Auf ihn gehen auch architektonische Veränderungen zurück: Er stattete die Klosteranlage mit gotischen Bauelementen aus und gründete zudem die Klosterbrauerei.

Traditionell gastfreundlich

Während des Bauernkrieges von 1525 und des Dreißigjährigen Krieges wurde die Abtei baulich stark beschädigt. Deshalb entschloss man sich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu umfangreichen Umbauten im Barockstil, die noch heute das Bild der Klosteranlage prägen. Auch der Innenraum der romanischen Kirche ist mit barocken Elementen ausgestaltet. Im Laufe der Säkularisation wurde die Abtei 1806 schließlich aufgelöst. Erst 100 Jahre später gelang es, das Kloster erneut zu gründen. Seit 1917 ist es wieder eine eigenständige Abtei.

Die Benediktinerabtei Plankstetten liegt am Main-Donau-Kanal in der Oberpfalz.
 Benediktinerabtei Plankstetten

Heute liegt ein Schwerpunkt des Klosters in einer nachhaltigen Landwirtschaft und Wirtschaftsweise. Es strebt zusammen mit anderen Betrieben in der Umgebung eine autarke Versorgung an. Bereits seit 1994 unterliegen die Klosterbetriebe den Richtlinien des ökologischen Landbaus, die daraus entstandenen Produkte bieten die Mönche im Klosterhofladen, in der eigenen Metzgerei und Bäckerei an. Darüber hinaus werden zur Energieversorgung seit einigen Jahren eine moderne Hackschnitzelheizung und ein Sonnenkollektor eingesetzt. Die Ausstellung "Glauben und Handeln" informiert Besucher über die Verbindung von benediktinischer Lebensweise und Ökologie.

Für interessierte Besucher hat das Kloster, das gemäß der Ordensregel des Heiligen Benedikt traditionell sehr gastfreundlich ist, einiges zu bieten. Neben Führungen über das Gelände könnte sich auch ein Besuch in der Ikonenausstellung lohnen, die aus einer Schenkung an das Kloster hervorgegangen ist. Das Gästehaus St. Gregor bietet Übernachtungsmöglichkeiten und Kurse an. Der Nachwuchs ist im Jugendhaus Seemühle willkommen und eingeladen, an jedem dritten Freitag im Monat die Jugendvesper zu besuchen.

Auch die Umgebung der Abtei Plankstetten ist sehr reizvoll. Das nahegelegene Altmühltal lässt sich optimal per Fahrrad, Schiff oder durch Wanderungen erkunden. Zur Stärkung kehrt man schließlich in die Klosterschänke ein. Wer noch etwas zur Erinnerung mit nach Hause nehmen möchte, wird bestimmt in einem der Läden auf dem Klostergelände oder auf dem Missionsbasar etwas für sich finden.

kloster-plankstetten.de

facebook.com/benediktinerabteiplankstetten

Linktipp: "Umgang mit der Erde tut Gott weh"

Frater Andreas Schmidt ist Wirtschaftsverwalter des Benediktinerklosters Plankstetten und gleichzeitig Umweltschützer. Er fordert von den Menschen und seiner Kirche mehr Einsatz für die Umwelt - nicht nur zum Schutz der Vögel. (Interview vom 2. August 2017)

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