Mystische Frauenpower

1229 gegründet und nahe der Lutherstadt Eisleben im heutigen Bistum Magdeburg gelegen, war das Kloster von jeher ein Ort starker Frauen. Im Mittelalter residierten hier bekannte Mystikerinnen.

Kloster Helfta | Bonn - 06.01.2015

Die Abtei war im Mittelalter ein Zentrum der geistigen Frauenbewegung und seit jeher ein Ort starker Frauen. 1229 gegründet und nahe der Lutherstadt Eisleben im heutigen Bistum Magdeburg gelegen, gehörte es von Anfang an dem Zisterzienserorden an. Heute gibt es dort ein vielfältiges Klosterleben.

In den ersten hundert Jahren forschten und lehrten hier drei berühmte Mystikerinnen: die heilige Mechthild von Magdeburg, Mechthild von Hackeborn und Gertrud (die Große) von Helfta. Sie setzten sich unter anderem dafür ein, die Herz-Jesu-Anbetung zu verbreiten.

Trotz dieser frühen Erfolgsgeschichte wurde das Kloster Mitte des 16. Jahrhunderts im Zuge der Reformation aufgelöst. Es sollte über 450 Jahre geschlossen bleiben. Während dieser Zeit wechselten immer wieder die Besitzer - zu DDR-Zeiten befand sich auf dem Gelände schließlich ein "volkseigenes Gut". Nach der Wiedervereinigung kaufte die Kirche das Areal zurück.

Nach dem aufwendigen Wiederaufbau siedelten einige Zisterzienserinnen aus ihrem Kloster im bayerischen Landshut nach Helfta über und feierten 1999 die Wiedereröffnung des historischen Konvents. Diese abwechslungsreiche Geschichte kann man noch heute bei einem Besuch hautnah erleben. So vereint etwa die Abteikirche Elemente historischer und moderner Architektur, ein kleines Museum zeichnet die Historie des Klosters nach.

Standesamt und Kindergarten

Auf dem Gelände gibt es ein Bildungs- und Exerzitien-Haus mit einem breiten Angebot, einen Klosterladen mit klostereigenen Erzeugnissen und einen schönen großen Garten mit einem Labyrinth. Ein idyllischer See, auf dem schon die heilige Gertrud Visionen gehabt haben soll, bietet Entspannung. Dazu kommt ein Hotel mit einem Restaurant, einer kleinen Hausbrauerei und einer Veranstaltungshalle. Für Brautpaare ist das Gelände ein echter Geheimtipp, denn das Standesamt der Stadt Helfta hat in einem Nebengebäude eine Filiale eröffnet. Und wenn der Nachwuchs da ist, sind junge Familien hier auch an der richtigen Adresse: Die Schwestern unterhalten einen eigenen Kindergarten, der den Kleinen christliche Werte vermittelt.

Die Helftaer Zisterzienserinnen leben nach der Ordensregel des heiligen Benedikt: "Ora et labora" – "Bete und Arbeite" lautet ihr Leitspruch. Ihr Tag beginnt morgens um 5:30 Uhr mit dem Morgenlob (Laudes) und ist immer wieder durch Gebetszeiten unterbrochen. Dazwischen arbeiten die Nonnen in der Verwaltung des Klosters und des Exerzitien-Hauses, bereiten in der Küche die Speisen zu und kümmern sich um den Klostergarten. Sie freuen sich, wenn Besucher an den Gebetszeiten in der Klosterkirche teilnehmen.

www.kloster-helfta.de

Von Gabriele Höfling

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