Unsere Gottesdienste müssen besser werden!

Gabriele Höfling über die Gestaltung von Sonntagsmessen

Standpunkt | Bonn - 15.11.2017

Die Sonntagsmesse sollte nicht länger als 60 Minuten dauern, fordert Detlef Pollack. Man erleichtere es Menschen, am Gottesdienst teilzunehmen, wenn er kürzer sei, findet der Religionssoziologe. Das geht zumindest in Bezug auf die katholische Kirche am Kern des Problems vorbei: Man erleichtert es den Menschen, am Gottesdienst teilzunehmen, wenn er besser ist. So müsste es heißen.

Das betrifft gleich mehrere Aspekte, auch scheinbare Nebensächlichkeiten: Gibt es verschiedene Gottesdienstzeiten, die mit unterschiedlichen Wochenendgestaltungen kompatibel sind? Haben auch Messen zu Randzeiten noch einen feierlichen Charakter oder gleichen sie doch eher einer armseligen One-Man-Show? Gibt es ausreichend Gottesdienste, bei denen Kindern zumindest während der Predigt ihr eigenes Programm geboten wird? Ist die musikalische Begleitung bereichernd oder doch eher eine Zumutung?

Zudem geht es um die Priester selbst: Immer wieder gibt es Pfarrer, deren positiver Ruf über Pfarreigrenzen hinaus strahlt, deren Gottesdienste ob der guten Predigten garantiert gut besucht sind. Im Umkehrschluss müssen sich andere Priester, bei denen das nicht so ist, fragen lassen, ob nicht noch mehr geht. Wenn Gottesdienste routiniert herunter geleiert werden, dann darf sich jedenfalls niemand wundern, dass er vor leeren Bänken steht. 

Will die Kirche den Wettbewerb um die knappe (Wochenend-)Zeit der Menschen häufiger gewinnen, dann darf sie beim Gestalten der Gottesdienste kein Potential ungenutzt lassen. Der Gottesdienst muss die Menschen berühren, schließlich ist die Liturgie der Kern des Gemeinde- und Glaubenslebens. Das Winken mit der Sonntagspflicht allein bringt heute jedenfalls niemanden mehr in die Gotteshäuser.

Von Gabriele Höfling

Die Autorin

Gabriele Höfling ist Redakteurin bei katholisch.de.

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