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Firmung

In welchem Alter findet die Firmung statt? Wie kann ich mein Kind dazu anmelden? Katholisch.de beantwortet häufige Fragen rund um das Firmsakrament.

Firmung | Bonn - 01.08.2015

In welchem Alter findet die Firmung statt? Wie kann ich mein Kind dazu anmelden? Katholisch.de beantwortet häufige Fragen rund um das Firmsakrament.

Welche Bedeutung hat die Firmung?

Die Firmung wird neben der Taufe und der Erstkommunion als "Initiationssakrament" bezeichnet. Das bedeutet, dass man mit allen drei Sakramenten immer weiter in die christliche Glaubensgemeinschaft hineingeführt wird. Die Taufe ist dabei so etwas wie das Eingangstor in die Beziehung des Menschen mit Gott. Die Eucharistie wird häufig als die Wegzehrung verstanden, die einen Christen in vielen Momenten seines Lebens immer wieder eng mit Gott in Verbindung setzt. Die Firmung ist ein einmaliges Sakrament, welches den Firmling in einer besonderen Weise mit dem Heiligen Geist beschenkt und ihn noch enger mit dem Glauben und der Kirche verbindet. In der Firmung erhalten die Firmlinge den Auftrag, auch öffentlich von ihrem Glauben zu berichten und sich immer wieder mit ihm auseinanderzusetzen. Somit soll die Firmung den Glauben der Jugendlichen stärken, zugleich erhalten sie aber auch die Aufgabe, ihren Glauben auch öffentlich zu leben und zu bekennen.

Ab wann kann mein Kind die Firmung empfangen?

Weltweit gibt es sehr unterschiedliche Modelle, in welchem Alter man die Firmung erhält. In den deutschen Diözesen und Bistümern wird meist nach Jahrgängen gefirmt. Das bedeutet, dass Sie eingeladen werden, ihre Kinder firmen zu lassen, wenn Sie ein getauftes Kind im entsprechenden Alter haben (in Deutschland ist das meist im Alter zwischen 14 und 16 Jahren). Möglich ist eine Firmung aber auch früher, denn die Voraussetzung zur Firmung ist das Verstehen dessen, was mit dem Sakrament gemeint ist. Das wird mit dem Erreichen des Vernunftgebrauchs vorausgesetzt (kirchenrechtlich ist das das siebte Lebensjahr).

Muss ich mein Kind selbst auf die Firmung vorbereiten?

Nein, Sie müssen Ihr Kind nicht selbst auf die Firmung vorbereiten, da die Jugendlichen in Firmgruppen zusammenkommen, die von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern geleitet werden. Hier können sich die Jugendlichen über ihren Glauben und ihre Ängste und Hoffnungen austauschen und werden inhaltlich auf das Firmsakrament vorbereitet. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass viele Firmlinge sich eine Unterstützung durch die Eltern wünschen. Daher sind das Interesse an dem Geschehen in den Firmgruppen oder auch das Gespräch in der Familie über den persönlichen Glauben wichtige Elemente, die den Jugendlichen auf ihrem Glaubensweg sehr helfen können.

Kann ich das Sakrament der Firmung empfangen, wenn ich noch nicht getauft bin?

Nein, das geht nicht, denn die Taufe ist Voraussetzung für die Firmung. Erwachsene empfangen aber mit der Taufe zugleich auch das Sakrament der Firmung und der Eucharistie. Von daher sollten Sie sich bei Ihrer Heimatgemeinde oder bei Ihrem Bistum über die Erwachsenentaufe informieren. Hierfür gibt es vor allem bei den Bistümern Beratungsstellen, die gerne über die Voraussetzungen und Möglichkeiten der Erwachsenentaufe aufklären.

Ich würde mein Kind gerne von unserem Pastoralreferenten firmen lassen, ist das möglich?

Nein, die Firmung ist nur einem Bischof oder Weihbischof vorbehalten, der am Tag der Firmung in die Heimatgemeinde kommt und der Firmfeier vorsteht. Nur in besonderen Notfällen können Priester durch den Bischof dazu beauftragt werden, die Firmung zu spenden.

Mein Kind hat schon lange keinen Bezug mehr zum Glauben: Ist es dennoch sinnvoll, es firmen zu lassen?

Anders als bei der Kindertaufe kommt es bei der Firmung in besonderem Maße auf die Entscheidung der Jugendlichen selbst an. Sie bringen in der Firmfeier ihren eigenen Glauben mit und stellen sich vor Gott. Die Firmvorbereitung kann für Ihr Kind eine Möglichkeit sein, wieder in Kontakt mit dem Glauben zu kommen. Im Gespräch mit Gleichaltrigen können die eigenen Überzeugungen und Glaubenszweifel ausgetauscht werden und man kann mit Hilfe der Gruppenleiter nach Lösungswegen suchen. Somit kann es sinnvoll sein, Ihr Kind auf die Möglichkeit der Firmvorbereitung hinzuweisen, auch wenn eine Firmung zum aktuellen Zeitpunkt noch ausgeschlossen scheint.

Muss ich mich an meine Gemeinde wenden, wenn ich mein Kind firmen lassen möchte?

Nein, das ist nicht erforderlich. In den deutschen Bistümern wird das Modell der Firmung nach Jahrgängen praktiziert. Das heißt, dass Sie automatisch von Ihrer Heimatgemeinde angeschrieben werden, wenn Ihr Kind das Alter erreicht hat, zu dem man in der Regel gefirmt wird (meist zwischen 14 und 16 Jahren). Mit diesem Anschreiben erhalten Sie auch alle nötigen Informationen zu den Ansprechpartnern vor Ort und den Abläufen der Firmung und der Firmvorbereitung. Sie können sich bei Unsicherheiten jedoch auch jederzeit an das Pfarrbüro Ihrer Heimatgemeinde wenden.

Was passiert mit dem Firmling beim Firmgottesdienst?

Das Besondere an einem Firmgottesdienst ist der eingeschobene Firmritus, durch den die Firmlinge das Sakrament der Firmung empfangen. Der wohl wichtigste Bestandteil dieses Ritus ist die Salbung der Firmlinge mit dem sogenannten Chrisam. Das ist ein vom Bischof geweihtes Öl, das aus Olivenöl und Balsamharz hergestellt wird. Der Bischof legt dem Firmling bei der Firmung die Hände auf und zeichnet mit dem Chrisam ein Kreuz auf dessen Stirn und spricht die Formel: "Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist."

Gibt es einen bestimmten Tag, an dem gefirmt wird?

Da die Firmung in der Regel vom Bischof oder einem Weihbischof gespendet wird, ist es nicht möglich, alle Firmlinge eines Bistums am selben Tag zu firmen. Die Bischöfe und Weihbischöfe gehen daher auf Firmreisen und firmen zu unterschiedlichen Zeiten in unterschiedlichen Gemeinden. Wann der nächste Firmtermin in Ihrer eigenen Gemeinde stattfindet, können Sie im Gemeindeamt erfragen.

Kann ich mich auch selbst an der Firmvorbereitung beteiligen?

Ja, denn die Firmvorbereitung kann nur gelingen, wenn es Freiwillige gibt, die nach ihren Kräften mithelfen. Das kann die einmalige Hilfe bei einer Firmfahrt sein, das kann aber auch das regelmäßige Engagement in den Firmgruppen sein. Wenn Sie Interesse haben, eine Firmgruppe zu leiten oder die Durchführung der Firmung zu unterstützen, wenden Sie sich am besten an die zuständigen Mitarbeiter vor Ort, die Ihnen unterschiedliche Hilfsmöglichkeiten aufzeigen können.

Kann ich mich auch als Erwachsener noch taufen lassen?

Ja, die Taufe steht für jeden Menschen offen, der noch nicht getauft ist. Bei der Erwachsenentaufe wird der Taufbewerber eine längere Zeit vonseiten der Kirche begleitet und in den Glauben und die Bräuche des Christentums eingeführt. Diese Zeit der Heranführung an den Glauben nennt man Katechumenat. Kommt es dann zur Taufe, gibt es bei Erwachsenen die Besonderheit, dass sie in einer Feier die Taufe, Firmung und Erstkommunion gespendet bekommen. Diese drei Sakramente werden bei Kindern zeitlich getrennt gespendet.

Was muss ich beachten, wenn mein Kind noch nicht getauft ist? Kann man die Feier der Taufe und der Erstkommunion miteinander verbinden?

Für diesen Fall gibt es keine verbindlichen Vorgaben. Je nach Alter Ihres Kindes sind unterschiedliche Varianten denkbar. Ist Ihr Kind noch sehr jung, kann es ratsam sein, zuerst nur die Taufe zu spenden und abzuwarten, bis Ihr Kind das Alter erreicht, in dem auch die anderen Kinder des Jahrgangs zur Erstkommunion gehen. Hat Ihr Kind schon das Alter erreicht, in dem auch die anderen Altersgenossen zur Erstkommunion gehen, können Sie mit dem zuständigen Pfarrer absprechen, dass die Taufe zum Beispiel im Vorfeld zur Erstkommunionsfeier oder sogar am Tag der Feier stattfindet. Dies hängt davon ab, wie die Gegebenheiten vor Ort sind. Ist Ihr Kind schon wesentlich älter, kann man auch eine Erwachsenentaufe in Betracht ziehen. In diesem Fall erhält Ihr Kind nach einer Vorbereitungszeit sowohl die Taufe als auch die Erstkommunion und die Firmung. Wenn Sie sich unsicher sind, welches der Beispielfälle auf Ihr Kind zutrifft, sprechen Sie am besten persönlich mit Ihrem Heimatpfarrer. Er kann Ihnen noch detaillierter schildern, welche Möglichkeiten es gibt.

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