29. Juni: Peter und Paul

Die Kirchensäulen

Apostelfürsten Petrus und Paulus

Bonn - 06.01.2015

Wer als Pilger oder Tourist den Vatikan besucht, kommt an zwei Gestalten nicht vorbei: Petrus und Paulus. Überlebensgroß stehen die beiden Apostelfürsten gleichsam als Zwillingspaar vereint auf dem Petersplatz. Die beiden Marmorstatuen sind jedoch mehr als nur "Türsteher" vor dem Eingang zum Petersdom. Sie erinnern vielmehr an zwei der größten Gestalten der Kirchengeschichte.

Petrus, der ursprünglich Simon hieß, stammt aus Bethsaida am See Genezareth. Dort arbeitete er als Fischer, bevor er als einer der Ersten von Jesus zu dessen Jünger berufen wurde und ihm nachfolgte. Jesus gab ihm auch den Namen Petrus, was übersetzt "Fels" bedeutet und auf Petrus' besondere Stellung als "Fundament" der Kirche anspielt ("Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen", Mt 16,18).

Nach dem Tod Jesu am Kreuz gehörte Petrus zu den ersten Zeugen der Auferstehung. Als Sprecher der Apostel sorgte er dafür, dass sich die Jünger bald wieder in Jerusalem sammelten und die Botschaft von der Auferstehung verkündeten. Sicher ist sein späterer Aufenthalt in Rom, wo er unter Kaiser Nero den Märtyrertod (64 oder 67) erlitt. Petrus gilt als Gründer und Haupt der Kirche von Rom. Von ihm leitet sich bis in die heutige Zeit das Papstamt des römischen Bischofs ab.

Der erste Papst

"Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen." Nicht nur die Worte Jesu machen Petrus zu einem besonderen Heiligen.

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"Damaskuserlebnis" bewirkt Umkehr

Paulus entstammte einer frommen jüdischen Familie. Sein ursprünglicher Name lautete Saulus (nach Saul, dem ersten König Israels), unter Griechen und Römern nannte er sich dagegen Paulus. Als treuer Anhänger seines Glaubens wurde er zu einem erbitterten Gegner der Judenchristen und war auch an der Steinigung des Stephanus, des ersten christlichen Märtyrers, beteiligt.

Auf einer Reise nach Damaskus erschien ihm Jesus, der Gekreuzigte, als Sohn Gottes. Dieses "Damaskuserlebnis" bewirkte in Paulus eine vollständige Umkehr: Er ließ sich taufen, ging nach Arabien und war vor allem unter den Heiden missionarisch tätig. Auf drei großen Missionsreisen gründete er die ersten christlichen Gemeinden in Europa. Nach der Rückkehr nach Jerusalem wurde er verhaftet und später nach Rom überführt. Ob er hier - ebenso wie Petrus - den Märtyrertod erlitt, ist unklar.

Feiertag der katholischen Welthauptstadt

Petrus und Paulus sind bis heute die beiden wichtigsten Säulen der katholischen Kirche. Aufgrund ihrer herausragenden Bedeutung wurde ihnen bereits im vierten Jahrhundert ein eigenes Hochfest gewidmet, das alljährlich am 29. Juni begangen wird. Vor allem in Rom - dem Schicksalsort der beiden Apostel - hat das Fest große Bedeutung, da Petrus und Paulus die Stadtpatrone Roms sind und dort auch begraben liegen. Die Römer haben an diesem Tag arbeitsfrei und feiern ihre Apostelfürsten und sich selbst mit Gottesdiensten, Ausflügen aufs Land und volkstümlichen Vergnügungen.

Im kirchlichen Brauchtum spielt das Hochfest ebenfalls eine wichtige Rolle. Traditionell segnet der Papst an diesem Tag die aus der Wolle zweier Lämmer gewebten Pallien für im vergangenen Jahr ernannte Erzbischöfe. Meist werden die Pallien den Erzbischöfen auch am 29. Juni feierlich überreicht. Auch der berühmte bronzene Petrus in der Vatikan-Basilika wird an diesem Tag besonders geehrt: Die Figur mit ihrem von zahllosen Pilgerhänden blank geriebenen Fuß trägt zur Feier des Tages ein kostbares rot-goldenes Gewand.

Apostel der Völker

Um das Jahr 10 nach Christus in Tarsus geboren, macht der einstige Christenverfolger Saulus im Laufe seines Lebens eine enorme Wandlung durch - und wird zum Paulus.

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Von Steffen Zimmermann

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