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"Du wirst ein Kind empfangen!"

Wie muss sich Maria gefühlt haben: Ein Engel erscheint der jungen Frau und verkündet ihr, dass sie Gottes Sohn zur Welt bringen wird. Diesen Moment feiern Christen heute unter dem Namen "Verkündigung des Herrn".

25. März: Verkündigung des Herrn | Bonn - 01.02.2015

Wie muss sich Maria in diesem Moment gefühlt haben: Ein Engel tritt ihr gegenüber, einer jungen Frau aus Nazareth, verlobt mit dem Zimmermann Josef, und verkündet ihr: "Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben."

Diesen Moment, in dem Maria erfährt, dass sie auserkoren ist, Gottes Sohn zur Welt zu bringen, feiern Christen heute unter dem Namen "Verkündigung des Herrn" am 25. März - und damit genau neun Monate vor Weihnachten, dem Fest der Geburt Jesu.

Manchmal ein bewegliches Fest

Der Festtermin 25. März liegt fast immer in der Fastenzeit. Weil das bewegliche Feste sind, kann der Tag auf einen Sonntag der Fastenzeit fallen, in die Karwoche und selten auch in die Osteroktav. Darum wurde ein Regelwerk festgelegt, nach dem das Fest direkt am Montag nach einem Fastensonntag nachgeholt wird. Sollte es in die Karwoche oder Osteroktav fallen, wird Verkündigung des Herrn auf den Montag nach dem Weißen Sonntag verschoben.

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Eines Nachts erscheint Maria ein Engel und verkündet ihr, dass sie ein Kind bekommen wird. Wie sie mit der Botschaft umgeht, erfahrt ihr in der ersten Folge der neuen katholisch.de-Zeichentrickserie.  

In der Ostkirche wurde die Verkündigung bereits um 550 nach Christus gefeiert, im 7. Jahrhundert wurde das Fest dann auch in Rom eingeführt. Zunächst legte man den Feiertag auf den damaligen Frauentag und feierte somit zugleich den Frühlingsbeginn. Manche Frühlingsbräuche haben sich bis heute erhalten. Bauernregeln besagen, dass zur Verkündigung des Herrn die Schwalben wiederkommen. Auch zur Aussaat soll der Märztag gut geeignet sein. Seit der Liturgiereform von 1967 zählt die Verkündigung des Herrn zu den Hochfesten der katholischen Kirche.

Annunziata ist ein Herrenfest

Manchem ist das Fest auch unter anderen Namen geläufig, etwa Verkündigung der Gottesmutter, Fest Mariä Verkündigung oder Annunziata, was sich vom lateinischen Wort für Verkündigung ableitet. Die Bezeichnung "Verkündigung des Herrn" verweist jedoch darauf, dass das Fest heute nicht mehr zu den Marien-, sondern zu den Herrenfesten gezählt wird. Im Gottesdienst wird dabei die entsprechende Stelle aus dem Lukasevangelium vorgelesen (Lk 1,26-38).

In der Kunst findet sich das Motiv der Begegnung zwischen dem Erzengel Gabriel und Maria bis heute, etwa im berühmten Fresko von Fra Angelico im Konvent von San Marco in Florenz. Übrigens: Nachdem Maria die ungeheuerliche Botschaft vernommen hat, soll sie schlicht Folgendes gesagt haben: "Ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe, wie du es gesagt hast." (mgn/luk)

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