Erzbistum Paderborn rechnet frühestens zu Ostern mit neuem Erzbischof
Das Erzbistum Paderborn rechnet frühestens zu Ostern mit der Bekanntgabe eines neuen Erzbischofs. Hoffentlich vor der traditionellen Libori-Wallfahrt Ende Juli wisse man, wer neuer Bischof wird, sagte Diözesanadministrator Michael Bredeck der Paderborner Bistumszeitung "Der Dom". Seit dem Rücktritt von Erzbischof Hans-Josef Becker am 1. Oktober leitet Bredeck das Erzbistum vorübergehend.
Verfahren zur Wahl und Ernennung eines neuen Bischofs dauerten erfahrungsgemäß zwischen sechs und zwölf Monaten, nachdem der Papst den Rücktritt eines Bischofs angenommen hat, so Bredeck. Das Paderborner Domkapitel habe die notwendigen Fristen eingehalten und seine "Hausaufgaben gemacht". So hatte das Gremium bis Mitte November eine Liste mit geeigneten Kandidaten an den Botschafter des Vatikan in Berlin, Erzbischof Nikola Eterovic, geschickt.Gleichzeitig habe das 14-köpfige Domkapitel, wie im Erzbistum Paderborn vereinbart, sich zwei Mal mit einer Gruppe von 14 weiteren Personen aus der Diözese beraten, bestätigte Bredeck. Dabei habe man einmal "über das Profil eines möglichen Bischofs gesprochen: Was muss er mitbringen? In welche Situation wird er kommen?" Beim zweiten Treffen seien dann auch "Ideen für Namen" genannt worden.
Mit diesem erstmals in einer deutschen Diözese angewandten Verfahren wurde die schon bisher mögliche, aber inoffiziell praktizierte Einbeziehung von Laien bei der Findung von Bischofskandidaten formalisiert und öffentlich gemacht. Die Vorgaben eines für Paderborn geltenden Vertrags zwischen Vatikan und dem Land Nordrhein-Westfalen – des Preußenkonkordats – wurden dabei eingehalten, wie Dompropst Joachim Göbel schon früher bestätigte. Nuntius Eterovic in Berlin sammelt weitere Kandidatenvorschläge und gibt sie nach Rom. Von dort kommt später eine Liste mit drei Namen an das Paderborner Domkapitel, das einen davon wählt. Dieser wird dann vom Papst zum neuen Erzbischof ernannt.
Bredeck: Synodaler Weg wird sehr herausfordernd
Die Fortsetzung des Synodalen Wegs der katholischen Kirche in Deutschland ist nach Ansicht Bredecks zwar nicht ausweglos, aber sehr herausfordernd. Es stünden "grundsätzlichste" Fragen zur Debatte, sagte der Diözesanadministrator. Nach dem jüngsten Besuch der deutschen Bischöfe in Rom sei es für ihn offen, wie die Texte des Synodalen Wegs und die kritischen Stellungnahmen von Kurienkardinälen zusammenkommen könnten. "Es wird nur über den Weg des Gespräches und der Auseinandersetzung gehen", so der Diözesanadministrator.
Bredeck sieht einen grundlegenden Dissens sowohl unter deutschen Bischöfen als auch mit Rom bei der Frage: "Gibt es einen nachweisbaren Zusammenhang zwischen dem Missbrauch und seiner Vertuschung und den vier Themen des Synodalen Weges?" Diese vier Themen sind "Macht und Gewaltenteilung", "priesterliche Existenz", "Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche" sowie "Sexualität und Partnerschaft". "Ich glaube, man muss sich mit Rom und anderen lokalen Kirchen sehr genau darüber verständigen, warum man diese vier Themen besprechen will und welche Bedeutung sie für die Zukunft der Kirche haben", sagte Bredeck. Schließlich seien all diese Themen auch im vatikanischen Vorbereitungsdokument für die kommende Etappe der Weltsynode angesprochen. Allerdings würden sie nicht im Kontext von Missbrauch genannt.
"Wenn wir den Weg weitergehen wollen", mahnte Bredeck, "dann müssen wir uns die notwendige Zeit für Verständigung auch mit anderen Ortskirchen nehmen." Er ahne allerdings, "dass das manchem in Deutschland nicht genügen wird oder nicht mehr schnell genug geht". Als einstweiliger Bistumsleiter will Bredeck sich mit den drei Paderborner Weihbischöfen auf die nächste Synodalversammlung in Frankfurt vorbereiten, daran teilnehmen und "dann gucken wir, was wir im Erzbistum auf den Weg bringen können. Das können wir hoffentlich zusammen mit anderen Bistümern tun." (tmg/KNA)
9.12., 14 Uhr: Ergänzt um Aussagen zum Synodalen Weg.