Jerusalemer Patriarchat verurteilt Anschlag auf Kirche in Jordanien
Nach dem griechisch-orthodoxen Patriarchat hat auch das Lateinische Patriarchat von Jerusalem den tödlichen Anschlag auf eine Beerdigung in einer jordanischen Kirche verurteilt. "Dieses Verbrechen hat Todesopfer und Verletzte gefordert, die Heiligkeit einer Kultstätte verletzt und das grundlegende Menschenrecht auf Leben, Sicherheit und die Freiheit, in Würde seinen Glauben zu praktizieren, missachtet", heißt es in einer Stellungnahme von Freitagabend.
Gleichzeitig lobte das Patriarchat die Rolle des jordanischen Königshauses, dass sich für Mäßigung, Toleranz, Wahrung der Menschenwürde und Kultfreiheit einsetze. Die Einheit des jordanischen Volkes über Religionsgrenzen hinweg sei ein "entscheidender Schutz vor Terrorismus, Extremismus und jeglichen Versuchen (…), Spaltung oder Zwietracht zu säen".
Ähnlich hatten zuvor das griechisch-orthodoxe Patriarchat und König Abdallah III. die Einheit der Jordanier betont, die sich nicht durch Terrorakte zerstören lasse.
Sieben Tote, zahlreiche Verletzte
Unbekannte Schützen hatten am Freitag Schüsse auf eine Beerdigung in dem Dorf Hamoud im südjordanischen Gouvernement Karak abgegeben. Dabei wurden sieben Menschen getötet und mindestens 34 weitere verletzt, erklärte der Leiter der jordanischen Strafverfolgungsbehörde laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Petra.
Der jordanische Regierungssprecher und Minister für Regierungskommunikation, Mohammed Al-Momani, sprach auf X von einem "abscheulichen Terrorverbrechen". In der Kirche sollen sich zwischen 150 und 200 Menschen aufgehalten haben, so der jordanische Fernsehsender Al-Mamlaka unter Berufung auf Augenzeugenberichte.
Nachrichtensperre
Der Generalstaatsanwalt von Amman untersagte laut Petra unter Androhung rechtlicher und strafrechtlicher Konsequenzen die Veröffentlichung von Details zu den Schüssen in der Kirche. Ausgenommen von der Nachrichtensperre sind offizielle Regierungsmedien. Sie stehen unter der Aufsicht des Ministeriums für Regierungskommunikation.