Kardinal Woelki: "Terror ist mit nichts zu rechtfertigen"
Nach dem Anschlag auf eine christliche Gemeinde in Jordanien mit acht Toten und 40 Verletzten rufen die deutschen katholischen Bischöfe zu Solidarität auf und fordern einen besseren Schutz kirchlicher Einrichtungen. "Fassungslos stehen wir vor dem feigen Anschlag auf die Trauergemeinde bei Karak in Jordanien", erklärte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki als Vorsitzender der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). "Mein Gebet gilt den Verstorbenen und Hinterbliebenen."
"Terror ist mit nichts zu rechtfertigen", fügte Woelki hinzu. "Mehr denn je stehen wir solidarisch an der Seite der Christen in Jordanien. Vom Staat erwarten wir eine lückenlose Aufklärung und einen verbesserten Schutz kirchlicher Einrichtungen."
Bisher unbekannte Schützen hatten am Freitag eine Beerdigungsfeier in dem Dorf Hamoud im südjordanischen Gouvernement Karak angegriffen. Nach Regierungsangaben kamen acht Menschen ums Leben, 40 wurden verletzt. Eine Person erlag ihren schweren Verletzungen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Petra am Samstag unter Berufung auf den Leiter des Prinz-Ali-Militärkrankenhauses in Karak meldete. 40 Menschen wurden nach amtlichen Angaben bei dem Schusswaffenattentat auf eine Beerdigungsfeier im südjordanischen Dorf Hamoud am Freitag verletzt.
Mahnungen zu Einheit
Landesweit äußerten Institutionen und Gruppen Bestürzung und appellierten an den Zusammenhalt der Gesellschaft. Jordaniens König Abdullah II. hatte die Tat bereits am Freitag als "Terroranschlag" bewertet und "härteste Vergeltung" angekündigt. Wer sich der Illusion hingebe, das jordanische Volk spalten zu können, werde keine Chance haben. Abdullah II. und andere Mitglieder des Königshauses bezeichneten die christlichen Anschlagsopfer als "Märtyrer".
Regierungssprecher Mohammad Momani betonte in einer Pressekonferenz, Christen seien in Geschichte und Identität Jordaniens "tief verwurzelt". In dem Königreich bekennen sich 95 Prozent der Bevölkerung zum Islam, etwa 4 Prozent sind Christen unterschiedlicher Konfessionen. Vertreter islamischer Organisationen und Verbände in der Provinz Tafila, südlich der Region, in der der Anschlag stattfand, verurteilten laut der Agentur Petra am Samstag einhellig die Tat als "Tragödie für alle Jordanier" und als Versuch, Zwietracht zu säen. Das Töten Unschuldiger widerspreche den Lehren der Religionen und den Werten der jordanischen Gesellschaft. Mahnungen zum Kampf gegen Extremismus und zur Wahrung von Einheit und Rechtsstaatlichkeit kamen auch von Hochschulvertretern und hochrangigen Militärs.