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Warnung vor Ungeduld, Hoffnungslosigkeit und Intrigen

Bischof Dieser bittet um Vertrauen für den Synodalen Weg

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Bischof Helmut Dieser bei einer Pressekonferenz
Aachen - "Ich weiß es doch schon längst, du liegst falsch! Wir retten die Kirche, ihr zerstört sie! Wir folgen der Bibel und der Tradition, ihr verratet sie!" Bischof Helmut Dieser warnt vor den Gefahren beim Ringen um Kirchenreformen.

Der Aachener Bischof Helmut Dieser bittet um Vertrauen in Entscheidungen des Synodalen Wegs der katholischen Kirche in Deutschland. "Die Kirche darf nicht stehen bleiben, aber sie darf auch nicht unter Druck und Zwang geraten und sich dabei spalten in Gewinner und Verlierer. Gott führt die ganze Kirche in allen Gläubigen bis zum Papst und den Bischöfen", schreibt er in seinem am Sonntag verbreiteten Hirtenbrief zur Fastenzeit.

Dieser warnt darin zugleich vor Ungeduld, Hoffnungslosigkeit und Intrigen. "Ich weiß es doch schon längst, du liegst falsch! Wir retten die Kirche, ihr zerstört sie! Wir folgen der Bibel und der Tradition, ihr verratet sie!" Wo Menschen sich ausgrenzten, habe die Schlange ein leichtes Spiel. Die Schlange steht in der biblischen Tradition für die Versuchung zum Bösen.

Im Streit um kirchliche Reformen spielten sich mitten in der Kirche "schmerzhaft und anstrengend" Versuchungen ab, so der Bischof. "Auch darin sind die Gefahren echt und ganz nah, nur aus eigenen Stücken wissen zu wollen, was gut und böse ist." Sowohl die Reformbefürworter als auch deren Gegner müssten diese Gefahren ernst nehmen.

Bauen auf den Heiligen Geist

Es gehe dabei um die Mitte der Kirche und des christlichen Menschenbildes, schreibt Dieser: "Darf der Mensch sich als Geschöpf Gottes so annehmen, wie ein jeder von uns sich im persönlichen Leben vorfindet – auch in der eigenen sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität –, oder entwerfen wir uns selbst und fangen an, uns irgendetwas an- oder abzutrainieren, um endlich richtig zu sein?" Nur der Heilige Geist könne in diesen Fragen die richtigen Antworten aufmachen.

Beim Synodalen Weg beraten die deutschen Bischöfe und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) über die Zukunft kirchlichen Lebens in Deutschland. Ausgangspunkt ist eine Kirchenkrise, die der Missbrauchsskandal verschärft hat. Schwerpunktthemen sind die Sexualmoral, die priesterliche Lebensform, Macht und Gewaltenteilung sowie die Rolle von Frauen in der Kirche. Die Vertreter kommen vom 9. bis 11. März zu ihrer letzten Synodalversammlung zusammen.

Weitere Bischöfe hatten sich am Wochenende zum Synodalen Weg geäußert. Während die Oberhirten von Regensburg und Eichstätt, Rudolf Volderholzer und Gregor Maria Hanke, Kritik am Reformprozess übten, sprach sich der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf für eine Verstetigung des Synodalen Wegs aus. Mit dem Bonner Stadtdechanten Wolfgang Picken legte zudem ein fünfter Delegierter des Reformprozesses binnen kurzer Zeit sein Mandat nieder. (tmg/KNA)

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