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Mit Ludwig Schick tritt abermals ein Erzbischof vorzeitig zurück

Generationswechsel bei deutschen Bischöfen wird beschleunigt

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Vatikanstadt - So viel Rücktritt war lange nicht unter den deutschen Bischöfen: erst der vorzeitige Amtsverzicht von Paderborns Erzbischof Becker, jetzt der von Bambergs Erzbischof Schick. Bei Heße, Marx und Woelki reagierte der Papst anders.

Nach katholischem Kirchenrecht sind Bischöfe erst mit Vollendung des 75. Lebensjahres verpflichtet, dem Papst ihren Rücktritt anzubieten. Nun hat Papst Franziskus in kurzem Abstand gleich zwei vorzeitige Bischofsrücktritte in Deutschland angenommen: Erst den des Paderborner Erzbischofs Hans-Josef Becker (74) und nun den des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick (73). Damit sind jetzt zwei der sieben deutschen Erzbistümer und der insgesamt 27 katholischen Bistümer ohne Bischof.

Beide Rücktritte stehen, zumindest nach Lage der bekannten Fakten, nicht im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal, der die katholische Kirche in Deutschland seit gut zwölf Jahren umtreibt. In beiden Fällen scheint es sich vielmehr um zwar vorgezogene, aber letztlich doch altersbedingte Rücktritte zu handeln. Von Erzbischof Becker hieß es seit längerem, er sei gesundheitlich angeschlagen.

Anders bei Schick: Der gebürtige Marburger ist ein eifriger Jogger und gilt als einer der sportlichsten Bischöfe. Doch er leitet das große fränkische Erzbistum seit 20 Jahren, lässt auf Nachfrage betonen, dass er gesund sei, hat aber doch seit mehr als einem Jahr immer mal wieder über einen vorzeitigen Abschied und eine Amtszeitbegrenzung für Bischöfe laut nachgedacht.

Bevorstehende, zum Teil einschneidende Veränderungen

Seinen Rücktritt begründet er unter anderem mit den bevorstehenden, zum Teil einschneidenden Veränderungen, die nicht zuletzt die Umsetzung der Reformbeschlüsse des Synodalen Wegs mit sich bringen könnten. Das solle jemand ins Werk setzen, der noch mindestens zehn Jahre im Amt ist, so seine Argumentation.

Papst Franziskus hat sich diesem Ansinnen nach anfänglichem Zögern nun offenbar doch nicht verschließen wollen. Zweimal hat ihm Schick seinen Wunsch vorgetragen, beim zweiten Mal wurde er dann erhört. Ob dieses Verfahren auch für Rücktrittsgesuche im Umfeld des Missbrauchsskandals anwendbar wäre, erscheint zweifelhaft. Zu unterschiedlich sind die Fälle gelagert. Der Blick auf das Alter der Betroffenen zeigt zudem, dass es sich auch in dieser Hinsicht um eine andere Kategorie handelt.

Erzbischof Ludwig Schick im Bamberger Dom
Am Dienstag wurde überraschend der Rücktritt des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick bekanntgegeben.

So hatte im März 2021 zunächst der Hamburger Erzbischof Stefan Heße (damals 55) ein Rücktrittsgesuch eingereicht. Der Anlass: Ihm hatte ein Juristen-Gutachten mehrere Pflichtverletzungen im Umgang mit Missbrauchsfällen in seiner Amtszeit im Erzbistum Köln nachgewiesen. Im September 2021 entschied der Papst, dass Heße dennoch in seinem Hamburger Bischofsamt bleiben solle.

Im Mai desselben Jahres machte dann der Münchner Kardinal Reinhard Marx (damals 67) sein Rücktrittsangebot an den Papst öffentlich. Seine Begründung: Er wähnte die katholische Kirche – auch wegen des Missbrauchsskandals – "an einem toten Punkt" angekommen und wollte einem Neuanfang nicht im Wege stehen. Franziskus lehnte das Ansinnen ab und forderte Marx in einem persönlichen Brief mit Nachdruck auf, sein Amt als Münchner Erzbischof weiter auszuüben.

Rücktrittsangebot Woelkis noch offen

Bis auf Weiteres nicht angenommen hat der Papst das Rücktrittsangebot des Kölner Erzbischofs Rainer Maria Woelki (damals 65) im Frühjahr 2022. Vor allem wegen der Missbrauchsaufarbeitung ist im Erzbistum Köln eine Vertrauenskrise entstanden. Franziskus hatte Woelki im Herbst 2021 in eine mehrmonatige Auszeit geschickt und ihn später aufgefordert, seinen Rücktritt anzubieten.

Den Chefredakteuren mehrerer Jesuitenzeitschriften sagte der Papst Anfang Juni, er habe Woelkis "Rücktritt in der Hand", wolle aber erst abwarten, bis sich die Lage im Erzbistum beruhigt. Wörtlich: "Ich warte, bis es keinen Druck mehr gibt." Denn unter Druck sei es schwer, richtig zu entscheiden.

Das lässt den Umkehrschluss zu, dass Druck bei den Rücktritten von Becker und Schick keine Rolle spielte. Dem Papst schien es vernünftig, in beiden Fällen die Bistumsleitung frühzeitig in jüngere Hände zu legen. Der Generationswechsel in der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) wird dadurch beschleunigt: Die Generation "70 plus" schrumpft damit von sechs auf vier: Gebhard Fürst (73, Rottenburg-Stuttgart), Felix Genn (72, Münster), Franz-Josef Bode (71, Osnabrück) und Gerhard Feige (70, Magdeburg).

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