Ackermann: Missbrauch fordert Kirche ständig heraus

Der Kampf gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche bleibt eine "dicke Herausforderung", sagt der Trierer Bischof Stephan Ackermann. Es gebe zudem neue Probleme, die vor Jahren noch nicht bekannt waren.

Missbrauch | Vatikanstadt - 07.10.2017

Die Auseinandersetzung mit dem Thema Missbrauch bleibt nach den Worten des Trierer Bischofs Stephan Ackermann eine ständige Herausforderung. In der Kirche gehe es darum, "die Achtsamkeit präsent zu halten", sagte der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz am Samstag im Interview von Radio Vatikan. "Es muss immer wieder neu informiert werden und das ist eine dicke Herausforderung: die Präventionsarbeit auf Dauer zu stellen."

Nicht nur innerkirchlicher Missbrauch ist ein Thema

Zusätzlich hätten sich neue Felder aufgetan, zum Beispiel in der Arbeit mit Migranten, sagte Ackermann. Unter den Flüchtlingen gebe es viele Kinder und Frauen, die sexuelle Gewalt erlitten hätten und traumatisiert seien. "Hier geht es weniger um Missbrauch, der innerhalb der Kirche geschieht, als vielmehr darum, wo kirchliche Akteure Verantwortung wahrnehmen." Das habe man bei Bekanntwerden des Missbrauchsskandals in der Kirche 2010 noch nicht im Blick gehabt.

Ackermann äußerte sich im Anschluss an einen Kongress zum Kinderschutz in der digitalen Welt. Dazu waren in der vergangenen Woche an der Päpstlichen Universität Gregoriana Experten aus aller Welt zusammengekommen. Die Teilnehmer verabschiedeten eine Erklärung, die zu einem weltweiten Kampf gegen Kindesmissbrauch und Ausbeutung im Internet aufruft. (KNA)

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Der Missbrauchsskandal erschütterte die katholische Kirche in ihren Grundfesten. Seit 2010 die ersten Fälle bekannt wurden, bemüht sich die Kirche um Aufarbeitung der Geschehnisse. Katholisch.de dokumentiert die wichtigsten Etappen.

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