Benedikt XVI.: Bin auf dem Pilgerweg nach Hause

Wie geht es dem 90-jährigen Benedikt XVI.? Diese Frage beantwortet der emeritierte Papst jetzt persönlich in einem Brief. Darin spricht er vom "letzten Zeitabschnitt" seines Lebens.

Vatikan | Mailand/Vatikanstadt - 07.02.2018

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. beschreibt in einem Brief an Zeitungsleser den "letzten Zeitabschnitt" seines Lebens. Während seine körperlichen Kräfte langsam schwänden, befände er sich innerlich auf einer Pilgerfahrt nach Hause, heißt es in einem Brief, den der "Corriere della Sera" am Mittwoch veröffentlichte. Der 90-Jährige zeigt sich dankbar, dass er auf dem "bisweilen anstrengenden Wegstück" von einer Liebe und Güte umgeben sei, die er sich nicht hätte vorstellen können.

Die Mailänder Tageszeitung hatte Benedikt XVI. nach eigenen Angaben im Auftrag vieler Leser gebeten, zu beschreiben, wie es ihm gehe. Die auf Montag datierte maschinenschriftliche Antwort, adressiert an den Politik- und Sonderberichterstatter Massimo Franco, sei am Dienstag angekommen. Darin dankt der Deutsche den Lesern für ihr Interesse, das für ihn eine "Begleitung" auf seinem Weg sei und sichert ihnen sein Gebet zu.

Vor fünf Jahren, am 11. Februar 2013, hatte Papst Benedikt XVI. (2005-2013) in einem überraschenden und spektakulären Schritt vor Kardinälen seinen Rücktritt angekündigt. Am 28. Februar zog er sich zunächst nach Castel Gandolfo zurück und machte den Weg frei für das Konklave, aus dem Franziskus als Papst hervorging. Seitdem lebt Benedikt XVI. zurückgezogen mit seinem langjährigen Sekretär Erzbischof Georg Gänswein und vier Haushälterinnen einer Laiengemeinschaft in einem ehemaligen Kloster in den Vatikanischen Gärten. (luk)

Der vollständige Brief in eigener Übersetzung:

Lieber Dottore Franco,

es hat mich berührt, dass viele Leser Ihrer Zeitung zu wissen wünschen, wie ich diesen letzten Zeitabschnitt meines Lebens verbringe. Ich kann dazu nur sagen, dass ich, während meine körperlichen Kräfte langsam schwinden, mich innerlich auf einer Pilgerfahrt nach Hause befinde. Es ist eine große Gnade für mich, auf diesem letzten, bisweilen anstrengenden Wegstück von einer Liebe und Güte umgeben zu sein, die ich mir nicht hätte vorstellen können. In diesem Sinn verstehe ich auch die Frage Ihrer Leser ein Stück weit als eine Begleitung. Deshalb kann ich nichts anderes tun, als zu danken, während ich euch allen mein Gebet versichere.

Herzliche Grüße

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