Hundert Jahre im Zeichen Marias - katholisch.de

Hundert Jahre im Zeichen Marias

Vor 101 Jahren war Fatima ein unbedeutendes Nest im Westen Portugals. Das sollte sich in den folgenden Monaten gründlich ändern. Grund genug, der Gottesmutter 2017 mit einem großen Festjahr zu danken.

Marienwallfahrt | Fatima - 04.01.2017

Auf der offiziellen Website wurden schon lange die Tage, Stunden, Minuten und Sekunden heruntergezählt. Das Heiligtum von Fatima in Portugal, nach Lourdes der zweitgrößte Wallfahrtsort Europas, begeht 2017 den 100. Jahrestag seiner Marienerscheinungen. Mitte Mai wird auch Papst Franziskus erwartet. Schon seine drei Vorgänger Paul VI., Johannes Paul II. und Benedikt XVI. haben den Ort besucht. Das Programm zum Fatima-Jubiläum sieht große Gottesdienste, Prozessionen, Konzerte und Tagungen vor. Zu drei Kongressen werden renommierte Theologen und Kirchenhistoriker erwartet.

Kongresse und Konzerte

Den Auftakt machte bereits der "Mariologische Marianische Internationale Kongress" der Päpstlichen Marianischen Internationalen Akademie im September. Am 21. bis 24. Juni folgt der große offizielle internationale Kongress der Hundertjahrfeier. Wissenschaftler aus sieben Forschungsbereichen wollen dazu beitragen, Fatima neu zu deuten und neu zu begreifen, unter anderem aus soziologischer, psychologischer und kulturhistorischer Sicht.

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Wer ist Maria? Ein Beitrag der Serie "Katholisch für Anfänger".
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Themen unter anderen sind Fatima und soziale Dynamiken; Fatima unter dem Blickwinkel der religiösen Phänomenologie; Fatima und die prophetischen und apokalyptischen Sprachen; die Geistlichkeit und die Theologie Fatimas; der Einfluss von Fatima auf die Behauptung des portugiesischen Katholizismus. Den Schlussvortrag "Fatima als Versprechen" hält der italienische Kurienkardinal Gianfranco Ravasi, Präsident des Päpstlichen Kulturrates.

Das letzte Glied der Kongressreihe bildet das 13. Symposium des "Europäischen Marianischen Netzwerks" vom 26. bis 29. September. Referenten dort sind die Rektoren der großen europäischen Marienheiligtümer.

Erinnerung an Seherkinder Francisco und Jacinta Marto

Die Konzertreihe zum Fatima-Jahr wird eröffnet am 19. Februar, dem Vorabend des liturgischen Festes der beiden seligen Seherkinder Francisco und Jacinta Marto. Ein Musical erinnert an ihr Leben und ihre Spiritualität. Die Cappella Musical Cupertino Miranda unter der Leitung von Luis Toscano spielt die Welturaufführung eines Werkes von Eugenio Amorim. Beim Osterkonzert in Fatima am 23. April singt die Escolania des Klosters Montserrat bei Barcelona, einer der traditionsreichen Knabenchöre in Europa.

Zwei Monate später, am 23. Juni, singen im Kontext des Internationalen Theologischen Kongresses der symphonische Chor Lisboa Cantat mit dem Orquestra Sinfonica Juvenil unter der Leitung von Christopher Bochmann. In der Rosenkranz-Basilika interpretieren sie Werke des geistlichen Komponisten Joaquim dos Santos (1936-2008), die von Fatima inspiriert oder ihr gewidmet sind. Den Abschluss des Konzerts bildet das Ave von Fatima unter dem Dirigat des Japaners Yugo Matsumura.

Das Abschlusskonzert am 13. Oktober - dem 100. Jahrestag der letzten Erscheinung mit dem sogenannten Sonnenwunder - ist die Welturaufführung eines eigens dafür komponierten Werkes von James Macmillan und Eurico Carrapatoso in der Rosenkranz-Basilika. Die Aufführung des Lissaboner Gulbenkian-Orchester mit angeschlossenem Chor bildet den musikalischen Rahmen für die Abschlussfeier in Fatima. Freilich ist sie nicht das letzte Highlight des Jubiläumsjahres: Für 2018 ist im Vatikan noch eine Foto-Ausstellung zum Thema "Fatima und die Päpste" geplant.

Linktipp: Die Geheimnisse um Fatima

Am 13. Mai 1917 begannen die Marienerscheinungen von Fatima. Die Geschichte fängt bei Hirtenkindern an und reicht bis zu einem Papst-Attentat. Katholisch.de dokumentiert die wichtigsten Ereignisse rund um den portugiesischen Wallfahrtsort.

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Überhaupt: der Papst. Das Kommen von Papst Franziskus zum 13. Mai, dem Jahrestag der ersten Erscheinung, dürfte neben dem 13. Oktober der Höhepunkt des Jahres werden. Der Papst aus Argentinien ist ein großer Marienanhänger. Zwar hat er betont, dass Maria keine Postbotin für irgendwelche Privatbotschaften sei. Seine Amtszeit aber stellte er - am 13. Mai 2013 - unter den Schutz der Madonna von Fatima. An diesem Tag dürfte der Platz zwischen der Rosenkranz-Basilika und der 2007 geweihten postmodernen Kirche der Allerheiligsten Dreifaltigkeit - einer der größten Kirchplätze der Welt - aus allen Nähten platzen.

Eine neue Selige?

Die Anhänglichkeit der Päpste des 20. Jahrhunderts an Fatima ist auffällig. Sichtbar gemacht ist das durch mehrere große Statuen auf dem Platz, die auf das Heiligtum ausgerichtet sind: Pius XII., Paul VI., Johannes Paul II. Die letzte Seherin von Fatima, die Ordensschwester Maria Lucia dos Santos, starb 2005 im Alter von fast 98 Jahren. 2008 wurde ein Seligsprechungsverfahren für sie eröffnet. Noch immer schließen Beobachter nicht aus, dass Papst Franziskus bis Mai Grünes Licht dafür geben könnte - und möglicherweise dann sogar schon die Feier in Fatima leitet.

Von Alexander Brüggemann (KNA)

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