Jesuit: Papst sieht Spannungen gelassen

Mit seinem Apostolischen Schreiben "Amoris laetita" hat Papst Franziskus für Aufruhr in der Kirche gesorgt. Ein Vertrauter des Papstes sagt nun: Den Pontifex selbst lässt die heiße Debatte kalt.

Amoris laetita | Vatikanstadt - 10.12.2016

Papst Franziskus sieht die gegenwärtige Debatte über sein Schreiben "Amoris laetitia" nach Angaben eines Vertrauten gelassen. "Der Papst weiß sehr gut, dass der Reformprozess der Kirche, wenn er effektiv ist, Spannungen schafft und entwickelt und dass es gut ist, wenn diese irgendwie zum Ausdruck kommen", sagte der Jesuit Antonio Spadaro bei Radio Vatikan (Samstag). Der Papst erlebe diese Tage in "vollkommener Gelassenheit", so Spadaro. Der Chefredakteur der italienischen Jesuiten-Zeitschrift "Civilta Cattolica" gilt als Vertrauter von Franziskus.

In der Debatte über das päpstliche Schreiben zu Ehe und Familie vom April dieses Jahres geht es vor allem um den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen. Strittig ist, ob die Betreffenden nun - anders als bisher - in Ausnahmefällen zur Kommunion zugelassen werden dürfen oder nicht. Ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte die Debatte im November mit der Veröffentlichung eines Briefs von vier Kardinälen. Die Unterzeichner, unter ihnen der emeritierte Kölner Erzbischof, Kardinal Joachim Meisner, fordern vom Papst mehr Klarheit in dieser Frage. (KNA)

Linktipp: Hoping: Die Anfragen sind keine Häresie

Die Anfragen der vier Kardinäle an "Amoris laetitia" seien "gar nicht häresiefähig", sagt der Theologe Helmut Hoping. Dass Papst Franziskus sie wohl nicht beantworten werde, habe einen anderen Grund.

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