• © Bild: picture alliance/Stefano Spaziani

Papst: Vertrauen in die Familie behalten

Mit einem Appell zu mehr Anerkennung für Familien hat Papst Franziskus das Programm des Heiligen Jahres begonnen. Gleichzeitig betonte er zum Hochfest der Heiligen Familie, dass diese auch ein Vorbild für moderne Familien sein könne.

Heiliges Jahr | Vatikanstadt - 27.12.2015

Mit einem Appell zu mehr Anerkennung für Familien hat Papst Franziskus am Sonntag das Programm des Heiligen Jahres begonnen. "Verlieren wir nicht das Vertrauen in die Familie", sagte er in einem Gottesdienst zum heutigen Hochfest der Heiligen Familie im Petersdom. Im Heiligen Jahr solle jede christliche Familie ein "bevorzugter Ort sein, wo man die Freude der Vergebung erfährt", so der Papst.

Hier geschehe Erziehung zu Vergebung, "weil man die Gewissheit hat, dass man trotz der Fehler, die man machen kann, verstanden und unterstützt wird", erklärte er in seiner Predigt. Es sei schön, "einander das Herz zu öffnen, ohne irgendetwas zu verbergen". Dies sei die "wichtige Mission" von Familien, "die die Welt und die Kirche braucht wie nie zuvor".

Der Gottesdienst für Familien war nach den Eröffnungszeremonien für das Heilige Jahr, dem Aufstoßen der Heiligen Pforten von Petersdom, Lateran-Basilika und von einer Caritas-Station der erste Programmpunkt des Heiligen Jahres mit dem Papst in Rom. Franziskus hat das Jahr, das der Barmherzigkeit gewidmet ist, am 8. Dezember eröffnet. Es endet am 20. November.

Kleine Gesten zeigen "die bedeutende erzieherische Rolle"

Franziskus rief zugleich zum regelmäßigen Gebet in der Familie auf. Für einen Vater und eine Mutter gebe es nichts Schöneres, als am Anfang und zum Schluss eines Tages ihre Kinder zu segnen. Ihnen wie am Tag ihrer Taufe ein Kreuz auf die Stirn zu zeichnen, sei das einfachste Gebet der Eltern für ihre Kinder. Es bedeute, "sie dem Herrn anzuvertrauen, damit er ihr Schutz und ihr Halt sei in den verschiedenen Momenten des Tages".

Ebenso wichtig sei es, für eine Familie, sich auch zu einem kurzen Moment des Gebets vor dem gemeinsamen Essen zusammenzufinden, um Gott für die Gaben zu danken. So lernten die Kinder, das Empfangene mit den Notleidenden zu teilen. All dies seien zwar nur kleine Gesten. Sie brächten aber "die bedeutende erzieherische Rolle" der Familie zum Ausdruck.

Themenseite: Heiliges Jahr

Vom 8. Dezember 2015 bis zum 20. November 2016 findet das von Papst Franziskus ausgerufene "Heilige Jahr der Barmherzigkeit" statt. Diese Themenseite bündelt die Berichterstattung von katholisch.de zum Heiligen Jahr.

Zur Themenseite

In seiner Predigt betonte der Papst weiter, dass fromme Werke wie eine Pilgerreise kein Selbstzweck sein dürften. Eine Pilgerreise mit der Familie zu unternehmen sei besonders schön. Wie jede Pilgerreise gelte jedoch auch hier, dass sie nicht ende, "wenn man das Ziel des Heiligtums erreicht hat, sondern wenn man nach Hause zurückkehrt und das Alltagsleben wieder aufnimmt und dabei die geistlichen Früchte dessen, was man erfahren hat, in die Tat umsetzt".

"Heilige Familie" ein Vorbild für moderne Familien von heute

Beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz im Anschluss an die Messe erklärte der Papst, dass die "Heilige Familie" - Maria, Josef und das Jesuskind - für moderne Familien von heute ein Vorbild sein könne. Von ihnen könne "jede Familie wertvolle Hinweise für ihren eigenen Lebensstil und ihre Entscheidungen erhalten und Kraft und Weisheit für jeden Tag beziehen", sagte Franziskus. Die Kernfamilie Jesu sei für jeden Gläubigen, vor allem aber für Familien, "eine authentische Schule des Evangeliums". Die Kirche feiert das Hochfest der Heiligen Familie immer am Sonntag in der Weihnachtsoktav.

Maria und Joseph lehrten, Kinder als Geschenk Gottes anzunehmen und sie in Zusammenarbeit mit Gottes Schöpfung so zu erziehen, dass jedes Kind der Welt ein Lächeln schenke, so der Papst. Die Kinder könnten in einer Familie, die zusammenhalte, in ihrer Persönlichkeit reifen und unentgeltliche Liebe, Zärtlichkeit, gegenseitigen Respekt, Vergebung und Freude erfahren.

Die Heilige Familie lehre, dass jede christliche Familie dazu berufen sei, "Hauskirche" zu sein, sagte der Papst weiter. Ihre Aufgabe sei es, "die Tugenden des Evangeliums zum Leuchten zu bringen und Ferment des Guten in der Gesellschaft zu werden". Dazu brauche es innere Sammlung und Gebet, Verständnis und gegenseitigen Respekt, Opferbereitschaft, Arbeit und Solidarität, wie sie in der Heiligen Familie praktiziert worden seien. Ausdrücklich dankte der Papst allen Familien "in unserer Zeit, in der Familien auf Unverständnis und Schwierigkeiten verschiedenster Art treffen, die sie schwächen".  (bod/KNA)

Impressum  |  Über uns  |  Datenschutz  |  © 2016