Die Legende von der Pfingstrose

Ganz ohne Dornen kommt die Pfingstrose daher. Was sie mit Jesu Auferstehung, seiner Himmelfahrt und mit dem ersten Pfingstfest zu tun hat, erzählt eine Legende.

Pfingsten | Bonn - 01.06.2017

Nun blühen überall rote, rosa und weiße Pfingstrosen, auch Päonien genannt. Die Menschen nannten sie früher Pferderosen, denn sie schmückten ihre Pferde für die Pfingstumzüge mit den Rosen. Die Blüten lassen sich problemlos pflücken, weil sie keine Dornen haben. Wie die Pfingstrose zu ihrem christlichen Namen kam, erzählt eine alte Legende:

Als Jesus durch Galiläa zog, lebte dort eine Frau, mal wird sie Magdalena, mal Rut(h) genannt. Sie wäre gerne seine Jüngerin geworden, war aber verheiratet und hatte Kinder. Als Jesus nah drei Tagen weiterzog, blieb sie zu Hause.

Tränen im Rosengarten

Eines Tages kam ein Jünger an ihrem Haus vorbei und erzählte von Jesu Tod. Da ging die Frau voller Schmerz in ihren Rosengarten und weinte. Doch plötzlich wurde ihr ganz leicht ums Herz und sie hörte wunderbare Musik.

Komposition aus neun Comic-Bildern zu Karwoche und Ostern
Szenen aus der Karwoche und von der Auferstehung.
 katholisch.de/CLARA STUDIO, Ukraine

Als das nächste Mal ein Jünger vorbeikam, hatte er ganz andere Nachrichten: Jesus sei auferstanden und in den Himmel gefahren und beim ersten Pfingstfest hätten sich 3.000 Menschen taufen lassen.

Die Frau lief in ihren Rosengarten und traute ihren Augen nicht. Denn ihre Sträucher waren übervoll mit Rosen bedeckt. Aber diese Rosen hatten keine Dornen. Es waren die ersten Pfingstrosen. Die Frau dachte: "Gott hat die Dornen fortgenommen und das Leid in Freude verwandelt." Nur Gott könne Dornen von den Rosensträuchern wegnehmen, seinen Sohn von den Toten auferwecken und den Menschen nach dem Tod das ewige Leben schenken.

Von Margret Nußbaum und Agathe Lukassek

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