Plädoyer für den Lebensschutz - katholisch.de
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Plädoyer für den Lebensschutz

Bei einem Treffen mit schwerkranken Kindern und ihren Eltern im Vatikan hat Papst Franziskus das Recht auf Leben betont. Abtreibung könne keine Antwort auf Krankheit oder Behinderung sein. Einen Tag später betonte er erneut das Existenzrecht jedes Menschen.

Vatikan | Vatikanstadt - 30.05.2015

Abtreibung darf nach den Worten von Papst Franziskus niemals die Antwort auf Krankheit oder Behinderung Ungeborener sein. Das betonte er am Freitagabend bei einer Begegnung mit schwerkranken Kindern und ihren Eltern im Vatikan, wie das vatikanische Presseamt mitteilte. Bei einem Treffen mit Mitgliedern einer Lebensschutzorganisation bekräftigte er diesen Standpunkt.

Für das Leid der Kinder gebe es keine Erklärung, es bleibe ein Geheimnis, so der Papst bei dem Treffen in der Kapelle des Gästehauses Santa Marta. Eltern, denen die Ärzte wegen der schweren Erkrankung ihrer Kinder zu einer Abtreibung geraten hatten, drückte Franziskus seine tiefe Bewunderung für ihren Lebensmut aus. Er bestärkte sie, niemals das Vertrauen in Gott zu verlieren. Dieser sei immer bei ihnen und begleite sie in ihrer schweren Lebenssituation. "Ich denke an die Madonna, als man ihr den toten Körper ihres Sohnes übergab ... Auch die Madonna konnte nicht verstehen", so der Papst.

Franziskus: Wissenschaft soll dem Menschen dienen

Für jedes der 20 Kinder habe er sich viel Zeit genommen, heißt es in der Mitteilung des Presseamtes. Die Kranken im Alter zwischen zwei und 14 Jahren gehören zu den Teilnehmern einer Marienwallfahrt nach Lourdes und Loretto. Ein Mädchen erinnerte in ihrer Ansprache an ein ähnliches Treffen kranker Kinder mit Franziskus am 31. Mai 2013, von denen einige inzwischen gestorben sind. Franziskus versicherte seinen Zuhörern, für sie zu beten. Zum Ende sprachen sie gemeinsam mit dem Papst ein Ave Maria.

Bei einem Treffen mit Mitgliedern der italienischen Vereinigung "Wissenschaft und Leben", die sich für den Lebensschutz einsetzt, bekräftigt Franziskus am Samstag seinen Standpunkt. Wissenschaft dürfe nach seinen Worten niemals gegen das Leben gerichtet sein. Sie habe dem Menschen zu dienen, nicht der Mensch ihr, sagte er. "Wenn das Wissen den Kontakt mit dem Leben verliert, wird alles steril." Er betonte das Existenzrecht jedes Menschen von der Zeugung bis zum natürlich Tod und wandte sich entschieden gegen Abtreibung und Sterbehilfe. Die heutige Zeit sei voller "Attentate auf die Heiligkeit des Lebens", so der Papst. Dazu zählte er auch Mangelernährung, Terrorismus oder das Ertrinkenlassen von Bootsflüchtlingen. Das Leben zu lieben, bedeute aus seiner Sicht immer auch, seine Mitmenschen zu lieben. (som/KNA)

30.045.2015, 15.00 Uhr: ergänzt um Rede vor italienischer Vereinigung "Wissenschaft und Leben"

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