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Das Ave Maria

Gegrüßet seist du, Maria: Dieses Gebet, eingeleitet mit den Worten, die Erzengel Gabriel einst an die Mutter Jesu richtete, ist das wichtigste in der Marienverehrung.

Unsere Gebete | Bonn - 21.12.2015

Viele Katholiken verehren die Mutter Gottes. Sie bitten sie um Fürsprache bei ihrem Sohn Jesus Christus. Maria ist für viele ein Vorbild im Glauben. Sie befolgt den Willen Gottes, nimmt großes Leid auf sich und weiß, wie es um uns bestellt ist, wenn wir selber unser Kreuz tragen müssen.

Gegrüßet seist du, Maria

"Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen"

Mit diesen Worten kündigt der Erzengel Gabriel Maria die Geburt ihres Sohnes an. Maria erschrickt: Wie soll dies möglich sein? Sie war doch noch nicht mit ihrem Verlobten Josef intim? Gott aber spricht durch seinen Engel: Du musst dich nicht fürchten, ich habe dich angenommen und ausgewählt. Ich sage Ja zu dir. Wenig später besucht Maria ihre Verwandte Elisabeth. Diese ist selber schwanger und trägt Johannes den Täufer, unter ihrem Herzen.

Elisabeth wird beim Kommen ihrer Verwandten Maria vom Heiligen Geist erfüllt und ruft: "Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?" (Lukas 1,42-43) Da bricht Maria in den Lobpreis Gottes aus, den "Magnificat". Es gehört zum Stundengebet der Kirche und bildet den Höhepunkt der abendlichen Vesper:

Magnificat

"Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehn. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig."

Gott hat auch uns angenommen

Wir dürfen uns mit Maria freuen. Denn auch wir sind als Getaufte von Gott als seine Kinder angenommen. Der Herr ist mit uns – ohne Verdienste und fromme Werke, ohne Opfer und machtvolle Taten. Gott, der Herr, ist mit uns – bei Tag und bei Nacht, in Freude und Leid, im Leben und im Tod. Er gibt uns nicht auf, er hält uns die Treue. Und Maria? Sie kann uns Vorbild sein. Sie fühlt sich geborgen bei Gott, von ihm angenommen, von ihm auserwählt. Das lässt ihr Selbstvertrauen wachsen – und ihr Vertrauen darauf, dass alles gut ausgehen wird.

Von Maria können wir lernen, uns deutlicher als vielleicht bisher als Christinnen und Christen zu bekennen, uns stärker als bisher für christliche Werte einzusetzen. Maria ist auch unsere Mutter, in deren liebevolle Arme wir uns fallen lassen können, wenn wir Beistand in Not und Trauer brauchen. Sie tritt für uns ein, wenn wir vor Gott stehen. Darum bitten wir mit jedem Ave Maria.

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Die Dominikanerin Sr. Ursula Hertewich betet das "Ave Maria", das "Gegrüßet seist du, Maria". Im Anschluss erklärt sie, was das Gebet bedeutet.
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Von Margret Nußbaum

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