Vatikan-Archivar nennt Zahlen zu Judenrettung

Der Vatikan hat eigenen Angaben zufolge während des "Dritten Reichs" mehreren tausend Juden systematisch Schutz geboten. Jetzt wurden erstmals konkrete Zahlen veröffentlicht.

NS-Zeit | Rom - 18.02.2017

Der Vatikan hat eigenen Angaben zufolge während des "Dritten Reichs" mehreren tausend Juden systematisch Schutz geboten. Der am Vatikan tätige Archivar Johan Ickx legte am Freitag in Rom dazu konkrete Zahlen vor, wie "Radio Vatikan" berichtete. Fast 5.000 Juden hätten demnach in 280 Klöstern Unterkunft gefunden, 3.000 in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo, 1.460 in katholischen Privathäusern, 60 in Gebäuden auf extraterritorialem Grund und 40 im Vatikan.

Diese Zahlen gingen aus den Akten des vatikanischen Archivs hervor, sagte Ickx bei einer Tagung mit dem Titel "Refugee Policies from 1933 until Today: Challenges and Responsibilities" (Flüchtlingspolitik von 1933 bis heute: Herausforderungen und Verantwortlichkeiten). Ein Abkommen von Oktober 1943 mit den Nationalsozialisten sicherte Ickx zufolge den vatikanischen Gebäuden einen neutralen Status zu. Die seit Donnerstag laufende zweitägige Tagung wurde von der "International Holocaust Remembrance Alliance" (IHRA) organisiert. (KNA)

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Ablehnung, Annäherung, erneute Ablehnung und Konfrontation – das Verhältnis der katholischen Kirche zum Nationalsozialismus in den Jahren zwischen 1930 und 1945 war uneinheitlich und zahlreichen Schwankungen unterworfen. Die Diktatur des Hitler-Regimes bedeutete auch für die Kirche eine Zeit schwerer Konflikte.

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