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Der Weiße Sonntag

Warum heißt der Weiße Sonntag eigentlich so? Katholisch.de erklärt dies für Kinder.

Erstkommunion | Bonn - 01.08.2015

Warum heißt der Weiße Sonntag eigentlich "Weißer Sonntag" und nicht zum Beispiel roter oder blauer oder grüner Sonntag? Hat es mit den weißen Kleidern der Mädchen zu tun, die an diesem Tag zur Erstkommunion gehen? Nein, es gibt eine andere Erklärung.

Der Weiße Sonntag ist genau eine Woche nach Ostern. Seinen feierlichen Namen hat er tatsächlich von weißen Gewändern, und zwar von denen der neu getauften Christen. Früher, kurz nach der Zeit Jesu, als es das Christentum noch gar nicht lange gab, wurde die Taufe in der Osternacht empfangen.

Heute werden die Kinder meistens schon als Baby getauft. Damals waren es vor allem Erwachsene und sie trugen - dreimal dürft ihr raten - weiße Gewänder. Diese sollten ein Zeichen für die Reinigung durch das Taufwasser sein.

Etwa ab dem siebten Jahrhundert entwickelte sich der Brauch, die weißen Taufkleider von der Osternacht an für acht Tage zu tragen – bis zum ersten Sonntag nach Ostern, dem Weißen Sonntag.

Die erste Feier der Erstkommunion

Erst viel, viel später - nämlich 1.000 Jahre - begannen die Menschen in der Schweiz am Weißen Sonntag die Erstkommunion zu feiern. Sie wählten diesen Tag, eine Woche nach dem Tauftermin an Ostern, weil das Fest an die Taufe erinnert und die Kinder offiziell in der christliche Gemeinde willkommen geheißen werden. Schließlich sind sie dann auch alt genug, um das zu verstehen.

Nach den ersten Feiern der Erstkommunion wurde es überall üblich die dieses Fest am Weißen Sonntag zu begehen. Heute tragen viele Mädchen dabei weiße Kleider, die an Hochzeitskleider erinnern, und die Jungen Anzüge. Das ist ein schöner Brauch, den sich die Menschen überlegt haben.

Diese Kleider sind oft sehr teuer, nicht alle Familien können sich das leisten. Deshalb leihen heute viele Gemeinden einheitliche weiße Gewänder an alle Kinder aus. Dieses Gewand nennt man Albe. Die Albe erinnert an das Taufgewand der frühen Christen - und an das, was die Kleinkinder heute bei der Taufe anhaben.

Von Janina Mogendorf und Margret Nußbaum

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