Ehe

Wir heiraten!

Katholisch.de erklärt alles Wichtige rund um die kirchliche Trauung

Bonn - 10.06.2015

Sie wollen heiraten? Herzlichen Glückwunsch! Eine Hochzeit ist etwas Besonderes. Mit Ihrer Entscheidung, kirchlich zu heiraten, gehen Sie den Bund der Ehe auch vor Gott ein. Doch zunächst sorgt eine kirchliche Hochzeit für viele Herausforderungen. Angefangen beim Taufschein über das Traugespräch bis hin zur Liedauswahl sind viele Punkte zu klären. Katholisch.de informiert Sie über alles Wichtige.

Wenn Sie sich entschieden haben, kirchlich zu heiraten, sollten Sie als Allererstes einen Termin für die Trauung festlegen. Wichtig ist vor allem, dass die standesamtliche Hochzeit vorher stattfinden muss. Auch wenn Ausnahmen möglich sind, bedarf es hierfür aber der ausdrücklichen Erlaubnis des jeweiligen Bischofs.

Sobald Sie einen passenden Termin haben, sollten Sie Kontakt mit dem Pfarrer oder Diakon aufnehmen, der Sie trauen soll. Schließlich muss auch er an Ihrem Wunschtag Zeit haben. Gegebenenfalls müssen Sie das Datum also noch einmal ändern. Außerdem muss Ihre Wunschkirche ebenfalls frei sein. Rufen Sie dazu am besten im entsprechenden Pfarramt an. Telefonnummer und Adresse finden Sie entweder im Internet oder direkt an der Kirche. Dort stehen in aller Regel Schaukästen mit den Kontaktdaten des Pfarramtes. Warten Sie mit dem Verschicken der Einladungskarten in jedem Fall ab, bis der Termin für die Trauung sicher feststeht.

Bei dieser Gelegenheit können Sie auch überlegen, ob und wie viele Ministranten Sie bei Ihrer Trauung haben möchten. Haben Sie vielleicht alte Freunde, die früher Messdiener waren? Sicherlich wäre es eine schöne Geste, wenn diese bei Ihrer kirchlichen Hochzeit dienen würden. Sollte das nicht der Fall sein, kann Ihnen aber sicher auch der Gemeindepfarrer weiterhelfen. Jetzt können Sie sich auch schon nach einem Fotografen umsehen, der Ihre Hochzeit im Bild festhalten soll. Sprechen Sie aber auch dies vorher mit dem Pfarrer ab, damit es während der Liturgie zu keinen Zwischenfällen kommt. Die Würde der Feier sollte immer gewahrt werden: So sollte sich der Fotograf beispielsweise während der Wandlung und dem Austeilen der Heiligen Kommunion zurückhalten.

Die Checkliste

Katholisch.de hat alles Wichtige für Ihre kirchliche Trauung zusammengefasst. Klicken Sie auf den Link und drucken Sie sich Ihre persönliche Checkliste aus.

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Frühestens sechs Monate vorher sollten Sie sich um folgendes kümmern: Sie müssen eine Taufbescheinigung beantragen, um ihre kirchliche Hochzeit anzumelden. Diese bekommen Sie in der Pfarrkirche, in der Sie getauft wurden. Der Auszug aus dem Taufregister darf bei der Trauung nicht älter als ein halbes Jahr sein. Achtung: Sicher sind seit Ihrer Taufe einige Jahre vergangen. Es kann also gut sein, dass Ihre Pfarrei mittlerweile mit einer anderen Kirche zusammengelegt wurde. Verschwunden sind die Unterlagen deswegen aber nicht. Fragen Sie dann am besten beim entsprechenden Dekanat nach. Dabei handelt es sich um eine kirchliche Verwaltungseinheit, in der mehrere Pfarreien zusammengefasst sind. Zu welchem Dekanat Ihre Taufpfarrei gehört, erfahren Sie bei der entsprechenden Diözese. Aufpassen sollten Sie auch, wenn Ihr Partner aus dem Ausland kommt. Eine Taufbescheinigung zu beantragten, kann dann gegebenenfalls länger dauern.

Erst wenn Sie die Taufbescheinigung vorliegen haben, können Sie Ihre Trauung offiziell anmelden. Das müssen Sie in der Pfarrgemeinde tun, in der Sie gemeldet sind. Rufen Sie zur Sicherheit auch noch einmal in Ihrer Traukirche an, um den Termin noch einmal zu bestätigen. Wenn Sie sich für Ihre Trauung einen anderen als den örtlich zuständigen Pfarrer ausgesucht haben, muss Ihr Wohnortpfarrer diesen beauftragen. Achten Sie also auch hier auf eine rechtzeitige Planung.

Das Ehevorbereitungsgespräch

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Vor einer kirchlichen Trauung gibt es ein persönliches Gespräch mit dem Pfarrer. Angst davor? Dafür gibt es keinen Grund, wie Stadtjugendseelsorger Meik Schirpenbach aus Bonn im Interview erzählt.  katholisch.de

Sobald Sie Ihre Trauung offiziell anmelden, machen Sie auch den Termin für das Traugespräch aus. Keine Angst! Es gibt keine peinlichen Fragen oder ein Eindringen in Ihre Privatsphäre. Der Pfarrer klärt Sie über die Bedeutung der Ehe auf. Nach katholischem Glauben ist diese ein heiliges Sakrament, also eine liturgische Zeichenhandlung. Die Ehe zwischen Mann und Frau ist das Abbild der Beziehung zwischen Jesus und seiner Kirche - also etwas sehr Besonderes. Aus diesem Grund ist Sie auch so lange gültig, bis einer der Partner verstirbt. Eine Annullierung der kirchlichen Ehe ist nur in Ausnahmefällen möglich (und sollte bei der Planung Ihrer Trauung ohnehin keine Rolle spielen).

Der Pfarrer wird Sie außerdem fragen, ob Sie die Ehe freiwillig und ohne Zwänge eingehen und Sie darauf hinweisen, dass Sie Ihre Ehe als katholische Christen leben sollen. Vielleicht fragt er Sie auch nach gemeinsamen Hobbys oder der Geschichte Ihres Kennenlernens. Das hat dann weniger mit Neugierde zu tun als mit der Tatsache, dass der Pfarrer vermutlich eine persönliche, auf Sie abgestimmte Predigt vorbereiten möchte. Während des Gesprächs werden Sie gemeinsam mit dem Pfarrer das Ehevorbereitungsprotokoll ausfüllen. Darin werden vor allem Formalitäten wie Ihre Namen, Ihr Tauf- und Firmdatum festgehalten. Sie müssen nicht zwingend gefirmt sein, allerdings wäre es wünschenswert, wenn Sie es bis zur Trauung nachholen. Näheres dazu beantwortet Ihnen Ihr Traupfarrer.

Ihr Pfarrer wird Sie auch auf die Möglichkeit von Ehevorbereitungsseminaren hinweisen. Die Bistümer haben verschiedene Angebote dazu. Manche Bistümer laden in einen Kletterwald, um das gegenseitige Vertrauen zu stärken, andere bieten Seminare an, in denen Sie mehr zur Konfliktbewältigung in einer Partnerschaft lernen können. Surfen Sie am besten auf die Internetseite Ihrer Diözese - dort werden Sie eine Vielzahl von Angeboten finden. Lohnen tut sich der Besuch eines Ehevorbereitungsseminars allemal: Viele Paare berichten von den positiven Erfahrungen, die Sie mitnehmen konnten. Denn oft bleibt gerade in der Hektik der Hochzeitsvorbereitung die Beziehung etwas auf der Strecke. Denken Sie aber daran, dass nicht zu jeder Zeit Seminare stattfinden. Am besten planen Sie den Besuch eines Seminars sobald Sie einen festen Termin für die Trauung haben.

Gottesloblieder für Ihre Trauung

Die Qual der Wahl: Das neue Gotteslob bietet zahlreiche schöne Lieder, die Sie in Ihrem Traugottesdienst singen können. Wir haben mit dem Organisten Vincent Heitzer über die beliebtesten Lieder für die kirchliche Trauung gesprochen.
Klicken Sie auf das Icon in der Mitte und navigieren Sie sich mit den Pfeilen am unteren Rand durch die Präsentation.

Mit dem Pfarrer besprechen Sie auch den Ablauf des Gottesdienstes, eventuell werden Sie hierfür einen weiteren Termin zum Gespräch vereinbaren. Sie müssen sich entscheiden, ob Sie einen Wortgottesdienst oder eine Eucharistiefeier möchten. Entscheiden Sie sich für eine Eucharistiefeier, wird ein Element des Gottesdienstes die Wandlung von Brot und Wein sowie der Empfang der heiligen Kommunion sein. Sie können eigene Wünsche äußern, was Texte und Lieder angeht. Beachten Sie aber, dass einige Pfarreien bestimmte Vorgaben machen. So darf nicht in jeder Kirche Musik vom Band laufen. Manche weisen bei der Liedauswahl darauf hin, dass bestimmte Lieder nicht der Würde von Ort und Anlass entsprechen. Klären Sie das rechtzeitig, um Missverständnisse zu vermeiden. Wenn Sie den Blumenschmuck bestellen, sprechen Sie das auch vorher mit der entsprechenden Pfarrei ab. Viele Kirchen haben eigenen Blumenschmuck.

Für den Gottesdienst müssen Sie außerdem einen Lektor anfragen. In vielen Fällen übernimmt diese Aufgabe ein Geschwisterteil oder einer der Trauzeugen. Planen Sie aber auch hier rechtzeitig, wer was lesen soll. Auch bei den Lesungen gibt es mehrere Texte zur Auswahl - es sollte aber ein Text aus der Bibel sein. Zu diesem Zeitpunkt sollten Sie auch Fürbitten vorbereiten und Sprecher anfragen. Vorschläge zur Textauswahl finden Sie unten. Wenn Sie möchten, können Sie sich außerdem einen Trauspruch aussuchen: Dies kann ein Vers aus der Bibel, aber auch ein Spruch aus der Literatur oder Philosophie sein. Er soll als geistliches Leitwort für Ihre Trauung und Ehe dienen.

Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Gottesdienst nicht erst wenige Tage vor der Hochzeit planen. Eventuell wollen Sie ein Liedheft drucken und auch Ihre Trauzeugen wollen sicherlich den genauen Ablauf kennen. Zudem müssen Sie sich auch ein Stück nach dem Pfarrer und seinen anderen Terminen richten, wenn Sie ein Treffen für die Planung vereinbaren.

Ablauf der Trauung

Hier finden Sie den genauen Ablauf einer kirchlichen Trauung.

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Ihr Traugottesdienst

Auf dieser Übersicht können Sie persönliche Notizen zu Ihrem Traugottesdienst eintragen.

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Nun wird es auch Zeit, Ihre Eheringe und - wenn Sie eine wünschen - Ihre Hochzeitskerze zu bestellen. Achten Sie besonders bei den Ringen darauf, dass sie nicht zu knapp beim Juwelier anfragen. Rechnen Sie mit vier bis acht Wochen, die für Gravur und Lieferung benötigt werden.

Die Ringe werden Sie sich während Ihres Eheversprechens anstecken. Sie sind Symbol für Ihre Partnerschaft und den Bund, den Sie vor Gott geschlossen haben. Anschließend wird Ihre Hochzeitskerze an der Osterkerze entzündet. Ihre Hochzeitskerze steht stellvertretend für Gottes Begleitung auf Ihrem Weg der Ehe. Sie kann beispielsweise an Ihren Hochzeitstagen oder bei Familienfesten angezündet werden.

Aufregung ist gut

Häufig ist die Kerze mit einem Kreuz, Ringen, dem Datum der Trauung, den Namen des Brautpaares oder dem Trauspruch versehen. Bei der Gestaltung haben Sie freie Hand. Wenn Sie möchten, können Sie zu diesem Zeitpunkt auch Dankgeschenke für Messdiener, Musiker und Blumenkinder organisieren. Das ist kein Muss, aber sicherlich eine schöne Geste.

Sicher werden Sie an Ihrem großen Tag aufgeregt sein. Sie werden sich fragen, ob Sie an alles gedacht haben und hoffen, dass nichts schiefgeht. Das ist gut so. Aber bedenken Sie, dass der Gottesdienst kein Kunstwerk ist. Es geht vielmehr darum, dass Sie ehrlich "Ja" zueinander sagen. Sie wollen Ihren weiteren Lebensweg gemeinsam beschreiten - das ist das Wichtigste für Ihre kirchliche Trauung.

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Pfarrer Meik Schirpenbach hält nichts von durchgestylten Gottesdiensten und der Vorstellung, dass alles perfekt läuft. Für ihn zählt nur eines: Gelassenheit.  katholisch.de

Die Fürbitten

Während des Gottesdienstes werden Fürbitten gelesen. Katholisch.de hat ein paar Vorschläge für Sie zusammengestellt.

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Von Sophia Michalzik und Sarah Stöber

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