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Zimmermänner und Könige

Die größte Geschichte aller Zeiten wird durch die handelnden Personen erst wirklich erlebbar. Hier ein kleiner Überblick über die wichtigsten Figuren.

Bibel | Bonn - 08.12.2015

Die Bibel hat als "Buch der Bücher" starke Hauptdarsteller. Die größte Geschichte aller Zeiten wird durch die handelnden Personen erst wirklich erlebbar. Hier ein kleiner Überblick über die wichtigsten Figuren aus dem Alten und dem Neuen Testament in der Reihenfolge ihres Erscheinens:

Adam und Eva

Das biblische Abenteuer beginnt mit Adam und Eva, den ersten Menschen, ihrem Leben im Paradies und der Erbsünde. Gott erschafft erst Adam und dann Eva aus einer Rippe Adams. Doch verhalten sich seine menschlichen Abbilder im Garten Eden nicht so, wie es Gott gefällt. Eva lässt sich von der Schlange verführen, mit Adam vom Baum der Erkenntnis zu essen. Gott straft die Schlange, die fortan über den Boden kriechen muss. Adam und Eva müssen als Sterbliche das Paradies verlassen und zeugen Nachkommen, zuerst Kain und Abel.

Noah

Noah ist einer der ersten Auserwählten Gottes in der Bibel. Er findet Gnade vor den Augen des Schöpfers — anders als der gesamte Rest der gewalttätigen und verruchten Menschheit. Gott befiehlt Noah, eine Arche zu bauen, auf der er mit seiner Frau und den drei Söhnen die große Sintflut überleben wird. Mit an Bord: mehrere Exemplare aller Tierarten. Dann kommt der große Regen, 40 Tage und 40 Nächte. Als der Regen endet, sendet Noah eine Taube aus, die mit einem Olivenzweig im Schnabel wiederkehrt. Geschafft! Danach lebt Noah noch 350 Jahre — und wird 950, ein wahrhaft biblisches Alter.

Abraham

Abraham ist einer der Stamm- und Erzväter des Alten Testaments und ein Urahn der kommenden Könige. Der Hauptdarsteller des Buches Genesis erhält von Gott den Auftrag, umherzuziehen: nach Ägypten, ins Jordanland, nach Sodom und nach Kanaan. Abraham führt die Beschneidung ein und darf sich als Hundertjähriger mit seiner Frau Sara über die Geburt seines Sohnes Isaak freuen. Abraham wird 175: "Er starb in hohem Alter, betagt und lebenssatt, und wurde mit seinen Vorfahren vereint." (Genesis 25,8)

Mose

Der Star des Buches Exodus heißt Mose. Der Auszug des Volkes Israel aus der ägyptischen Sklaverei und die Verkündung der Zehn Gebote sind seine bekanntesten Taten. Mit drei Monaten wird der vom Tode bedrohte Hebräersohn von seiner Mutter in einem Binsenkästchen im Nil ausgesetzt. Die Tochter des Pharaos nimmt sich des Findlings an. Als Erwachsener erscheint ihm Gott im brennenden Dornbusch und erteilt ihm den unmissverständlichen Auftrag: "Führe mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten heraus!" (Exodus 3,10) Gesagt, getan. Am Ende teilt Moses erfolgreich das Schilfmeer, um seinem Volk die Flucht zu ermöglichen.

Kopf und Schultern der berühmten Darstellung des David von Michelangelo vor blauem Himmel.
Die Kopie der Statue des Königs David von Michelangelo auf der Piazza della Signoria in Florenz - das Original ist nur wenige Meter weiter in der Galleria dell'Accademia.
 laux6/Fotolia.com

David

Der Nachfolger König Sauls taucht zum ersten Mal im 1. Buch Samuel 16,12 auf: "David war blond, hatte schöne Augen und eine schöne Gestalt." Aber er kann auch kämpfen, zunächst gemeinsam mit Saul gegen die Philister. Dabei besiegt David mit dem berühmtesten gezielten Steinwurf den Riesen Goliath. Saul erweist sich als nicht gerade dankbar und versucht mehrfach, David zu töten. Doch der verschont den alten Saul und bricht damit das Gesetz "Wie du mir, so ich dir". David wird König von Israel und Vater des weisen Salomo.

Hiob

Hiob ist die Personifizierung der Frage nach dem Sinn angesichts des Leidens in der Welt: Wie kann Gott das alles zulassen? Hiob verliert alles: seine Familie, seine Gesundheit, seinen Reichtum und seinen Besitz - und doch nicht die Hoffnung. Der Mensch kann Gottes Absichten in der Weltlenkung und der Zuteilung von Glück und Unglück nicht durchschauen. Hiob fügt sich am Ende demütig in Gottes Willen, der ihn im Anschluss an das Leid zu sich nimmt. Bekanntestes Zitat: "Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen." (Hiob 1,21)

Johannes der Täufer

Der Sohn des Priesters Zacharias gilt als Vorläufer Jesu und ruft die Menschen zur Buße auf. Er predigt in der Wüste, tauft Menschen im Jordan und lässt sie ihre Sünden beichten. Johannes tauft auch Jesus. Johannes gilt als gerechter und frommer Mann, als der Letzte in der Reihe der Propheten. Weil er Herodes wegen seiner Heirat mit der Schwägerin Herodias tadelt, landet er im Gefängnis. Herodias' Tochter Salome sorgt mit einer List dafür, dass Herodes ihr den Kopf des Täufers auf einer Schale bringen lässt.

Maria

"Der Name der Jungfrau war Maria." So stellt der Evangelist Lukas (1,27) die Gottesmutter vor, als ihr der Engel Gabriel erscheint und weissagt, dass sie Gottes Sohn zur Welt bringen wird. "Ich bin die Magd des Herrn", sagt sie dazu demütig. (Lukas 1,38) Mit ihrem Verlobten Josef zieht sie nach Bethlehem, wo gemäß der Weissagung Jesus geboren wird. Maria steht mit ihrem Josef für die Weihnachtsgeschichte und die Verinnerlichung dieses Glücks: "Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach." (Lukas 2,19)

Josef

Josef von Nazareth gehört zum Geschlecht des Königs David. Der Zimmermann kann erst nicht glauben, dass seine jungfräuliche Verlobte Maria ein Kind durch das Wirken des Heiligen Geistes erhalten soll. (Matthäus 1,18-25) Er beschließt, sie in aller Stille zu verlassen, doch da erscheint ihm im Traum ein Engel Gottes: "Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist." Josef tut wie geheißen, nennt seinen Sohn Jesus und wird so zum wichtigsten nicht-leiblichen Vater der Bibel.

Jesus Christus

Jesus von Nazareth ist der Held des Neuen Testaments. Alle vier Evangelien sind ihm gewidmet, dem Sohn Gottes, der – von der heiligen Jungfrau Maria empfangen – auf die Erde kommt, um die Menschen von ihren Sünden zu erlösen, indem er den Tod am Kreuz stirbt. Die Geburt Jesu und sein Tod stehen für die wichtigsten Feste des Christentums, für Weihnachten und Ostern. Der Erlöser der Welt nimmt lieber alles Leiden und Sterben auf sich, als dass er seine wahre Herkunft und seine Aufgabe verleugnet: als Sohn Gottes und König der Juden. Die Waffen dieses friedlichen Herrschers sind die Nächstenliebe, die Vernunft und eine Reihe von einleuchtenden Gleichnissen.

Versilberte Rokoko-Büsten von Petrus und Paulus im Kloster Reichenau.
Büsten von Petrus und Paulus im Kloster Reichenau.
 KNA

Petrus

Petrus ist der engste Verbündete und erste Jünger Jesu. Der Anführer der zwölf Apostel eifert seinem Meister nach, schafft es aber nicht immer hundertprozentig. So sagt Jesus einmal, er soll über das Wasser zu ihm kommen. Zunächst gelingt das auch, aber dann bekommt Petrus Angst und geht unter. (Matthäus 14,22-33) Nach Jesu Festnahme verleugnet Petrus seinen Herrn. Jesus hatte ihm prophezeit: "Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen." (Markus 14,72) Dennoch ist der eigentlich treue Petrus der Fels, auf den Jesus seine Kirche baut. Davon zeugt heute noch der Petristuhl, der Stuhl des Papstes.

Paulus

Der Spruch "Vom Saulus zum Paulus" ist in den Volksmund übergegangen. Zunächst war der jüdische Römer und Pharisäer ein gewaltbereiter Christenhasser und -verfolger. Doch die Begegnung mit dem auferstandenen Christus bewegt ihn zur Umkehr. Saulus wird zum Paulus, der Feind der Christen zu ihrem Bruder, zum Apostel und Missionar. In der Apostelgeschichte steht, wie Paulus sich wandelte. Auf den Missionsreisen schrieb er viele berühmte Briefe, die auch im Neuen Testament enthalten sind, zum Beispiel an die Thessalonicher, an die Korinther, an die Römer, an die Galater oder an einzelne Personen wie Timotheus.

Von Sascha Stienen

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