Papst  Franziskus schaut ernst bei einem Gottesdienst zum neuen Jahr.
Bild: © KNA
Henry Sire ist Historiker und Malteser-Ritter

Autor von "Der Diktator-Papst" nun namentlich bekannt

Das gegen Papst Franziskus gerichtete Buch "Der Diktator-Papst" hat vor allem in traditionalistischen Kreisen für Aufsehen gesorgt. Bisher war es unter einem Pseudonym erschienen. Das ändert sich nun.

Bonn - 20.03.2018

Der bislang anonyme Autor des papstfeindlichen Buchs "Il Papa Dittatore" (Der Diktator-Papst) ist nun namentlich bekannt gemacht worden. Hinter dem Pseudonym "Marcantonio Colonna" verbirgt sich der Historiker und Malteser Henry Sire. Der konservative US-Buchverlag Regnery Press, der das Buch in einer neuen, überarbeiteten Auflage auf Englisch veröffentlicht, gab den richtigen Namen in diesem Zusammenhang bekannt. Die bisherige E-Book-Ausgabe wurde dazu vom Markt genommen.

Sire behauptet in seinem Buch unter anderem, Papst Franziskus sei hinter verschlossenen Türen ein arroganter und machthungriger Diktator. Außerdem solle er schon vor den Rücktritt von Benedikt XVI. (2005-2013) über dessen Absichten Bescheid gewusst und sich mit Blick auf das Konklave in Stellung gebracht haben. Das Buch hatte vor allem in traditionalistischen Kreisen für Aufsehen gesorgt.

Die englischsprachige Neuauflage ("The Dictator Pope") soll den Untertitel "Die Inside-Story des Franziskus-Pontifikats" tragen und sowohl als E-Book wie erstmals auch als gebundenes Buch erscheinen. Beide Ausgaben kosten mit über 20 US-Dollar doppelt so viel wie die Erstauflage. Auf Italienisch erschien das E-Book erstmals im November 2017, wenige Wochen später folgte die erste englischsprachige E-Book-Ausgabe.

Henry Sire, auf Büchern auch mit H.J.A. Sire angegeben, ist nach Verlagsangaben ein 1949 geborener und in Oxford ausgebildeter Historiker und Buchautor. Als Mitglied des Malteser-Ritterordens schrieb er über den Orden sowie über die katholische Geschichte und katholische Biografien. Von 2013 bis 2017 lebte er in Rom und soll sich in der Zeit mit Kardinälen, Kurienangestellten und Vatikan-Journalisten getroffen haben. (luk)