Entlassener schwuler Lehrer verklagt US-Erzdiözese
Das Bistum habe Staats- und Bundesrecht gebrochen

Entlassener schwuler Lehrer verklagt US-Erzdiözese

Weil er einen anderen Mann geheiratet hatte, wurde ein Lehrer an einer katholischen Schule in den USA entlassen. Dagegen klagt er jetzt. Sein Ehepartner sollte eigentlich auch den Job verlieren – doch dort lag der Fall anders.

Indianapolis - 11.07.2019

Ein wegen seiner gleichgeschlechtlichen Ehe entlassener Lehrer an einer katholischen Schule in den USA verklagt nun das zuständige Erzbistum. Joshua Payne-Elliott wirft der Erzdiözese Indianapolis Diskriminierung und Einmischung in seinen Arbeitsvertrag vor, wie das US-Nachrichtenportal "Crux" am Mittwoch berichtet. Der Lehrer fordert nun eine Entschädigung, eine Summe wurde jedoch nicht genannt.

Payne-Elliott arbeitete seit 13 Jahren an der bistumseigenen katholischen Cathedral High School in Indianapolis, jeweils mit jährlichen Arbeitsverträgen. Am 21. Mai dieses Jahres wurde sein Vertrag zuletzt verlängert. Etwas über einen Monat später, am 23. Juni, wurde Payne-Elliott jedoch auf Weisung der Erzdiözese entlassen. Grund dafür war seine Ehe mit einem anderen Mann, die er bereits 2017 geschlossen hatte.

Die Anwältin des Lehrers verklagt die Kirche nun auf Entschädigung wegen Diskriminierung und seelischer Belastung des Mannes. "Die Erzdiözese hat Staats- und Bundesrecht gebrochen", sagte die Anwältin dazu. Das Erzbistum Indianapolis gab dagegen an, die US-Verfassung gebe religiösen Gemeinschaften das Recht, Verhaltensregeln für ihre Mitarbeiter aufzustellen: "Alle Lehrer unserer Schulen sind Glaubensvermittler und Glaubenszeugen. Sie müssen der Lehre der Kirche im beruflichen wie privaten Alltag folgen."

Bereits Einigung mit Schule

Mit seinem ehemaligen Arbeitgeber hat sich Payne-Elliott bereits geeinigt: Die Schule will ihm bei der Arbeitsplatzsuche helfen. Ob eine Abfindung vereinbart wurde, ist nicht bekannt. Der Lehrer dankte der High School für die Möglichkeiten und Erfahrungen, die ihm seine Stelle dort geboten habe. Es sei nicht in seinem Sinne, der Schule zu schaden. Die Schule erklärte, man danke Payne-Elliott für die Jahre seines Dienstes, seine Mitarbeit und Leistungen.

Der Ehemann des Lehrers, Layton Payne-Elliott, arbeitet ebenfalls an einer katholischen Schule. Auch er sollte entlassen werden. Seine Schule ist jedoch in Trägerschaft der Jesuiten, die sich dem Wunsch des Erzbistums widersetzten. Daraufhin hat die Erzdiözese der Schule die kirchliche Anerkennung entzogen. (cph)