Die traditionalistische Piusbruderschaft zelebriert die Messe nach dem alten Ritus.
Großmeister gibt Weisung an Regionalobere

Malteserorden untersagt offizielle Messen im "alten Ritus"

2007 hatte Papst Benedikt XVI. die "Tridentinische Messe" im größeren Umfang wieder zugelassen. Der Malteser-Großmeister untersagt nun entsprechende Messfeiern in seinem Orden – zumindest solche mit offiziellem Charakter.

Rom - 11.06.2019

Im Souveränen Malteserorden sollen künftig keine offiziellen Gottesdienste mehr in der außerordentlichen Form des römischen Ritus, der sogenannten Tridentinischen Messe, gefeiert werden. Dies geht aus einem Brief des Großmeisters des Ordens, Fra Giacomo Dalla Torre, hervor, über den der Vatikanjournalist Edward Pentin am Dienstag berichtete. Eine Sprecherin des Malteserordens bestätigte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) die Echtheit des Schreibens an die regionalen Oberen des Ordens, das auf Montag, 10. Juni, datiert ist.

Als oberster Garant für die Einheit des Souveränen Malteserordens habe er entschieden, dass "alle offiziellen liturgischen Feiern" des Ordens nach der ordentlichen Form des römischen Ritus Papst Pauls VI. gefeiert werden sollen, schreibt Dalla Torre. Messfeiern im privaten Rahmen können Geistliche des Malteserordens aber nach wie vor auch in der außerordentlichen Form zelebrieren, wie Sprecherin Marianna Balfour bestätigte.

Anfang Mai hatte das Generalkapitel des Malteserordens eine neue Führung gewählt. Dabei waren unter anderem der Italiener Dalla Torre als Großmeister und der Deutsche Albrecht von Boeselager als Großkanzler bestätigt worden. Bei den Beratungen des Kapitels, in denen es auch um eine Reform der Ordensverfassung ging, sei die Frage der Liturgie nicht eigens thematisiert worden, so Balfour.

Allgemeine Wiederzulassung durch Benedikt XVI.

Papst Benedikt XVI. hatte 2007 mit dem Erlass "Summorum pontificum" erlaubt, dass die katholische Messe in größerem Umfang als vorher auch in der außerordentlichen Form gefeiert werden kann. Diese war die bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) übliche liturgische Form. Sie wurde mit der Liturgiereform Papst Pauls VI. 1970 abgelöst. Papst Johannes Paul II. hatte 1984 die Feier in der außerordentlichen Form in Ausnahmefällen gestattet.

Der Erlass Benedikts XVI. regelt außerdem, dass innerhalb einzelner Gemeinschaften oder Institute, die "solche Feiern oft, für gewöhnlich oder ständig begehen" wollen, es Sache der höheren Oberen ist, "nach der Norm des Rechts und gemäß der Gesetze und Partikularstatuten zu entscheiden". Auf diesen Absatz beruft sich Dalla Torre als Oberer der Malteser, um nun die Feier in der außerordentlichen Form zu untersagen. (tmg/KNA)