Nach Finanzskandal: Wolfgang Picken wird neuer Bonner Stadtdechant
Nachfolger von Wilfried Schumacher steht fest

Nach Finanzskandal: Wolfgang Picken wird neuer Bonner Stadtdechant

Die Bundesstadt bekommt einen neuen Stadtdechanten: Nachdem der Vorgänger aufgrund eines Finanzskandals zurücktreten musste, ist die Vakanz nun demnächst beendet. Der bekannte Bad Godesberger Pfarrer Wolfgang Picken wird der oberste Vertreter des Erzbischofs in Bonn.

Bonn - 28.12.2018

Der bisherige Bad Godesberger Pfarrer Wolfgang Picken wird zum 1. März neuer Dechant des Stadtdekanats Bonn. Zugleich wird er Pfarrer der zentralen Münsterpfarrei. Am Freitag teilte das Erzbistum Köln die Nachfolge des nach finanziellen Unregelmäßigkeiten im Haushalt der Münsterpfarrei zurückgetretenen Wilfried Schumacher mit. Picken wird sein Amt am 1. März 2019 antreten.

Der 51-jährige promovierte Politologe ist seit 1993 Priester und seit 2004 Pfarrer im Bonner Stadtteil Bad Godesberg. Bis zur Reform der kirchlichen Regionalstrukturen im Erzbistum Köln im Jahr 2016 war er Dechant des im Stadtdekanats Bonn aufgegangenen Dekanats Bad Godesberg. Dort hat er in den vergangenen Jahren mit der "Bürgerstiftung Rheinviertel" eine der größten Bürgerstiftungen Deutschlands aufgebaut. Die Stiftung sammelt jährlich hunderttausende Euro an Spenden und unterstützt damit soziale Projekte wie Kindertagesstätten, Hospize, Jugendarbeit und ambulante Palliativpflege. Zuletzt hatte Picken das Buch "Wir: Die Zivilgesellschaft von morgen" veröffentlicht.

Sein Vorgänger im Amt des Stadtdechanten war im Mai überraschend zurückgetreten, nachdem die widerrechtliche Verwendung von Geldern der Pfarrei festgestellt wurde. In den Jahren 2009 bis 2014 waren laut Erzbistum und einem externen Gutachten rund zwei Millionen Euro aus dem Substanzvermögen der Münsterpfarrei unzulässig verwendet worden, um Löcher im Etat zu stopfen. Persönliche Bereicherung wurde Schumacher nicht vorgeworfen. Er hatte aber die "funktionale Verantwortung" übernommen und daher seinen Rücktritt angeboten, der umgehend durch den Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki, angenommen wurde. Eine Petition an das Erzbistum, in der sich prominente Bonner für den Verbleib Schumachers im Amt eingesetzt hatten, änderte daran nichts. (fxn)