Die Qumran-Schriftrollen.
Prüfung erfolgte durch deutsche Bundesanstalt

Qumran-Schriftrollen gefälscht! – Bibelmuseum entfernt Exponate

Die Schriftrollen von Qumran zählen zu den bedeutendsten archäologischen Funden des 20. Jahrhunderts. Einzelne Rollen stellte auch ein US-Bibelmuseum aus und ließ die Artefakte nun auf ihre Echtheit prüfen – mit ernüchterndem Ergebnis.

Washington - 23.10.2018

Das Bibelmuseum in Washington hat fünf von insgesamt 16 als Qumran-Schriftrollen bekannte historische Artefakte aus seiner Ausstellung entfernt. Das Museum reagierte damit auf das Ergebnis einer Untersuchung der deutschen Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), das die Ausstellungsstücke auf ihr Alter untersucht und als Fälschungen identifiziert hatte. Das geht aus einer am Montag (Ortszeit) veröffentlichten Mitteilung hervor.

Das vor rund einem Jahr eröffnete Bibelmuseum hatte die Schriftrollen mit dem Hinweis ausgestellt, dass sie noch auf ihre Echtheit überprüft würden. Die deutschen Experten kamen zu dem Ergebnis, dass die Schriftrollen "nicht alt genug" seien.

Entdeckt in den 1940er-Jahren

Die sogenannten Qumran-Schriftrollen wurden in den 1940er-Jahren nahe dem Toten Meer gefunden und enthalten 2.000 Jahre alte jüdische Texte, darunter auch Abschriften aus der Bibel. Forscher datierten die ältesten Stücke auf das 3. Jahrhundert vor Christus, jüngere auf das 1. Jahrhundert nach Christus.

Das Urteil der deutschen Experten deckt sich Medienberichten zufolge mit dem eines kanadischen Forschers. Dieser geht davon aus, dass insgesamt sieben Exemplare in der Schriftrollen-Sammlung des Museums "moderne Fälschungen" seien.

Man habe auf die Echtheit der Rollen gehofft, wird Chefkurator Jeffrey Kloha in der Stellungnahme des Mueseums zitiert. Der Fall zeige aber, wie wichtig Echtheitsprüfungen bei seltenen biblischen Schriften seien.

Das Museum of the Bible in der Innenstadt Washingtons wurde am 17. November 2017 eröffnet. Es erstreckt sich über eine Gesamtfläche von rund 40.000 Quadratmetern und wird maßgeblich finanziert durch den evangelikalen Unternehmer Steve Green. (tmg/KNA)