Bischof Rudolf Voderholzer.
Regensburger Bischof widerspricht Amtskollegen

Voderholzer spricht sich gegen Frauendiakonat aus

Regensburgs Bischof Rudolf Voderholzer widerspricht seinem Amtsbruder Gebhard Fürst: Die Einführung des Frauendiakonats ist nicht möglich, sagt er. Für Frauenverbände gebe es zudem dringendere Themen.

Würzburg/Bonn - 29.03.2017

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat sich gegen eine Zulassung von Frauen zum Diakonat ausgesprochen. Die Kirche sei "in der Treue zu ihrem biblischen und frühkirchlichen Ursprung nicht berechtigt", Frauen zur dreistufigen Weihe zuzulassen, erklärte er am Mittwoch gegenüber der Würzburger "Tagespost". Die Frage des Frauendiakonats sei jedoch noch nicht endgültig geklärt, so Voderholzer.

Laut katholischer Glaubenslehre besteht das Weiheamt in den drei Stufen der Diakonenweihe, der Priesterweihe und der Bischofsweihe. Diese Lehre bestehe seit frühkirchlicher Zeit und sei zuletzt durch das Zweite Vatikanische Konzil bestätigt worden, erklärte Voderholzer weiter. Papst Johannes Paul II. (1920-2005) habe im Jahr 1994 letztgültig erklärt, dass die Priester- und Bischofsweihe allein Männern vorbehalten sei, so der ehemalige Dogmatikprofessor Voderholzer. Der Papst hatte sich dabei jedoch nicht ausdrücklich zum Diakonat der Frau geäußert.

Fürst nennt Frauendiakonat "Zeichen der Zeit"

Wenige Tage vor der Wortmeldung Voderholzers hatte sich der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, für die Schaffung eines Frauendiakonats ausgesprochen. Dieser sei ein "Zeichen der Zeit", sagte er bei einem Festakt des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB) am Sonntag. Voderholzer erklärte nun, es gebe für den Verband dringendere Aufgaben. So solle sich der KDFB etwa deutlich gegen "Gender Mainstreaming" positionieren, welches die christliche Schöpfungslehre infrage stelle. Auch gelte es, sich weiter für die Opfer moderner Formen von Sklaverei in Deutschland einzusetzen. "Diese Themen sind meines Erachtens die (allerdings nicht zeitgeist-konformen) Zeichen der Zeit, auf die zu reagieren wäre", zitiert die "Tagespost" Voderholzer.

Von der päpstlichen Kommission zur Untersuchung des Frauendiakonats in der frühen Kirche erwartet sich Voderholzer keine Überraschungen. Er erwarte vom Expertengremium ähnliche Ergebnisse wie aus früheren Forschungen. "aber warten wir doch einmal das Ergebnis der neuerlichen Kommissionsarbeiten ab", mahnte Voderholzer. Zugleich erinnerte er daran, dass das historisch verbürgte Amt der Diakonissen nicht dem heutigen sakramentalen Verständnis des Amtes entspreche. Heute hätten Laientheologinnen im pastoralen Dienst oder auch Leiterinnen von Frauenorden ungleich größere Verantwortung. (kim)

Linktipp: Fürst: Diakonin ist "Zeichen der Zeit"

Immer wieder flammt sie auf, die Diskussion um den Diakonat der Frau. Nun hat sich Rottenburgs Bischof Gebhard Fürst zu Wort gemeldet: Für ihn sind Diakoninnen bedeutsamer als verheiratete Priester.