"Es ist uns so zuwider, was da passiert ist"

Goldenstein-Nonnen werfen Unterstützer Vertrauensbruch vor

Veröffentlicht am 22.01.2026 um 09:02 Uhr – Lesedauer: 

Salzburg ‐ Die drei Klosterbesetzer-Nonnen aus Goldenstein machen Streit mit einem ihrer Helfer öffentlich. Bilder und Videos bei Instagram seien heimlich und ohne ihr Einverständnis entstanden. Nun prüfen sie rechtliche Schritte.

  • Teilen:

Die drei betagten Ordensfrauen aus dem Kloster Goldenstein bei Salzburg werfen einem ihrer Helfer vor, sie hintergangen zu haben. Im Podcast Dunkelkammer sagte Schwester Bernadette (88) am Donnerstag, ihr Social-Media-Helfer habe Inhalte ohne Rücksprache mit ihnen veröffentlicht – "er hat das einfach gemacht." Auf dem Instagram-Account "nonnen_goldenstein" hatten zuletzt rund 280.000 Menschen das Schicksal der drei Nonnen verfolgt, die sich seit Sommer 2025 gegen den Umzug in ein Seniorenheim wehren. Zu sehen sind dort kurze Videos aus dem Alltag der Seniorinnen im besetzten Kloster.

Schwester Bernadette sagt nun, sie habe "keine Ahnung" gehabt, was auf dem Social-Media-Profil geschehe. Anfangs sei dort von einem Helfer das klösterliche Leben "sehr, sehr nett und ehrlich" dargestellt worden, später sei das Projekt jedoch "ausgeufert". Die Ordensfrau berichtet von Beiträgen mit Werbecharakter. So sei beispielsweise Werbung für Mineralwasser und Rosenkränze gemacht worden. Dazu sagt Bernadette: "Unser Orden ist nicht für Geldmacherei zuständig." Aufgabe der Gemeinschaft sei es, für Kinder da zu sein und religiöse Bildung zu vermitteln, "aber niemals Geldsachen". Hinter den Beiträgen vermutet die Schwester monetäre Interessen. Diesen Vorwurf wies der Betreiber des Accounts in der Vergangenheit zurück und betonte, den Schwestern mit seinem Engagement helfen zu wollen.

Distanzierung von Instagram

Im Dezember distanzierten sich die Nonnen überraschend von dem erfolgreichen Account. Trotz der Bitte, die Aktivitäten einzustellen, werden dort weiter Bilder und Videos der Schwestern veröffentlicht. Laut Bernadette seien diese Aufnahmen heimlich und ohne ihr Einverständnis entstanden. Nun erwägen sie rechtliche Schritte. Inzwischen betreiben andere Unterstützer der Frauen einen neuen Account namens "realnonnengoldenstein". Dort werden beispielsweise Gottesdienste übertragen. "Das ist unser Auftrag und sonst nix, keine Geldmacherei und keine Geschäftemacherei", sagt Schwester Bernadette. "Es ist uns so zuwider, was da passiert ist."

Das Schicksal der Goldenstein-Nonnen, alle drei über 80 Jahre alt, hatte im Sommer 2025 international für Schlagzeilen gesorgt. Anfang September waren sie gegen den Willen ihres Vorgesetzten aus einem Seniorenheim in ihr früheres Kloster zurückgekehrt. Das Gebäude gehört seit 2022 zu gleichen Teilen dem Erzbistum Salzburg und dem Stift Reichersberg. Die Schwestern geben an, ihnen sei ursprünglich ein lebenslanger Verbleib zugesagt worden; nach Krankenhausaufenthalten mussten sie jedoch Ende 2023 in ein Heim umziehen. (KNA)